Pfadfinderlager für alle: Inklusive Abenteuer für Rollstuhlfahrer!

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Das Zeltlager in Othmarschen bietet inklusive Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderungen, gefördert durch die Behindertenhilfe.

Das Zeltlager in Othmarschen bietet inklusive Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderungen, gefördert durch die Behindertenhilfe.
Das Zeltlager in Othmarschen bietet inklusive Freizeitgestaltung für Menschen mit Behinderungen, gefördert durch die Behindertenhilfe.

Pfadfinderlager für alle: Inklusive Abenteuer für Rollstuhlfahrer!

Ein ganz besonderes Zeltlager, das alle mit offenen Armen empfängt: In diesem Jahr durften die „Feldfüchse“, eine Gruppe von Pfadfindern aus dem Stamm Elbe, auch Kinder mit Behinderungen an ihren Abenteuern teilhaben. Organisiert von der Behindertenhilfe Hamburg-Othmarschen, fand das Ereignis am 13. Januar 2026 statt. Ein Wiedersehen mit Natur, Freundschaft und Spaß – das inklusive Zeltlager bot Kanutouren, Stockbrot über dem Lagerfeuer und unvergessliche Erlebnisse.

Gruppenleiter Lion Broschat ist selbst seit über zehn Jahren im Pfadfinderwesen aktiv und verarbeitet in seiner Freizeit wertvolle Erfahrungen, die er auch humorvoll an seine Gruppe weitergibt. „Ausprobieren kann man immer. Mutig drauflos und versuchen,“ ermutigt er die Kinder und zeigt, wie wichtig es ist, Barrieren abzubauen. Trotz einiger Herausforderungen beim Ein- und Aussteigen aus den Kanus gelang es allen, das Abenteuer auf dem Wasser zu genießen. „Das Kanu ist umgekippt, aber das hat dem Spaß keinen Abbruch getan“, berichtet er schmunzelnd.

Inklusive Freizeitgestaltung für alle

Die Aktivitäten im Lager sind alles andere als traditionell: Hier treffen Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen aufeinander. Anpassungen sind notwendig, um jedem Kind gerecht zu werden. Die Zeltlager sind zwar nicht vollständig barrierefrei, aber es wurden individuelle Maßnahmen getroffen, um den Bedürfnissen aller Teilnehmer gerecht zu werden. Diese Anpassungsfähigkeit ist ein unerlässlicher Bestandteil eines inklusiven Ansatzes, wie auch die Erfahrungen des Deutschen Roten Kreuzes zeigen, das sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben stark macht. Sie bieten eine breite Palette an Unterstützungsangeboten und setzen sich für Chancengleichheit ein. Laut dem DRK haben Menschen mit Behinderungen das Recht auf selbstbestimmte Teilhabe.

Doch was bedeutet eigentlich inklusive Freizeitgestaltung? Es geht darum, allen Menschen – unabhängig von ihrer körperlichen oder geistigen Verfassung – Zugang zu Aktivitäten zu ermöglichen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Schaffung barrierefreier Strukturen, etwa durch Rampen oder spezielle Sitzgelegenheiten. Ein respektvolles Umfeld fördert zudem den sozialen Austausch und den Abbau von Vorurteilen.

Der Weg in die Zukunft

Die nächste Herausforderung steht bereits in den Startlöchern: Eine größere Gruppe von Pfadfindern plant, Pfingsten 2026 gemeinsam ein Zeltlager zu veranstalten. Dafür braucht es neben den engagierten freiwilligen Helfern auch Unterstützung bei der Mobilität von Rollstuhlfahrern sowie Menschen, die bereit sind, Fahrdienste zu übernehmen. „Wir brauchen dringend FSJ-ler, damit wir die vielen Kinder transportieren können“, erläutert Broschat. Anmeldungen zu den Gruppen sind häufig stark nachgefragt, sodass Interessierte oft auf Wartelisten landen.

Die positive Mobilisierung und Teilnahme an diesen Programmen ist nicht nur für die Kinder selbst wichtig, sondern stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl in der Gesellschaft. Inklusive Freizeitangebote sind nicht nur ein Recht, sondern auch eine unverzichtbare Bereicherung für alle Beteiligten. Das DRK betont, dass solche Angebote die Lebensqualität verbessern und die soziale Integration von Menschen mit Behinderungen fördern.

Die Vorstandsmitglieder des Stamm Elbe, die diesen Weg unterstützen, tragen somit nicht nur zur persönlichen Entwicklung der Kinder bei, sondern auch zur Stärkung einer inklusiven Gesellschaft. „Gemeinsam etwas erleben, daran festzuhalten, macht uns alle sicherer und stolzer“, so Broschat, der in seiner Rolle als Gruppenleiter auch die Ehrfurcht vor der Natur und den Respekt vor jedem Einzelnen als zentrale Säulen ihrer Arbeit ansieht.

Dass in Hamburg und Umgebung dank solcher Initiativen Fortschritte in der Integration von Menschen mit Behinderungen erzielt werden, ist nicht nur erfreulich, sondern ein wichtiges Zeichen für alle! Das Zeltlager der „Feldfüchse“ hat gezeigt: Wenn wir Barrieren abbauen und den Mut aufbringen, neue Wege zu gehen, können alle gemeinsam großartige Dinge erleben.