Hilfe für Messies: Gütersloher Selbsthilfegruppe startet durch!

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Monika Korte gründet Selbsthilfegruppe für Angehörige von Messies in Gütersloh. Erster Termin am 28. Januar. Informieren Sie sich hier!

Monika Korte gründet Selbsthilfegruppe für Angehörige von Messies in Gütersloh. Erster Termin am 28. Januar. Informieren Sie sich hier!
Monika Korte gründet Selbsthilfegruppe für Angehörige von Messies in Gütersloh. Erster Termin am 28. Januar. Informieren Sie sich hier!

Hilfe für Messies: Gütersloher Selbsthilfegruppe startet durch!

In unseren eigenen vier Wänden kann sich das Leben angenehm und behaglich anfühlen, doch für viele wird der Wohnraum zum Gefängnis voller unkontrollierbarer Gegenstände. Das Messie-Syndrom, ein ernstes psychisches Problem, beschäftigt nun auch die Bürger von Gütersloh. Monika Korte, eine erfahrene Krankenschwester, die mehr als 40 Jahre in der LWL-Klinik gearbeitet hat, tritt für die Belange von Angehörigen Betroffener ein. Sie bringt nicht nur ihr medizinisches Wissen, sondern auch ihre persönlichen Erfahrungen mit, da sie seit über 30 Jahren Angehörige einer Messie-Person ist. Die Probleme, die mit diesem Syndrom einhergehen, sind erheblich und oft notwendig, darüber zu reden, wie NW berichtet.

Das Messie-Syndrom ist eine Zwangsstörung, die durch das Ansammeln von wertlosen Gegenständen gekennzeichnet ist. Für viele Betroffene ist es schwierig, sich von diesen Dingen zu trennen, da sie eine emotionale Bindung zu ihnen haben. Die Räume werden so überladen, dass sie unbenutzbar werden, was zu einem hohen Stresslevel führt und oftmals auch die sozialen Kontakte der Betroffenen einschränkt. Korte beschreibt eine dramatische Situation in ihrer Nachbarschaft: Eine Frau war anderthalb Wochen tot in ihrer Wohnung, bevor sie gefunden wurde. Solche Fälle sind alarmierend und sollten als Weckruf dienen.

Ein Hilfsangebot entsteht

Ein Mangel an Beratungsstellen für Angehörige und Betroffene gibt es in Gütersloh. Korte betont, dass gerade dies eine enorme Hürde darstellt. Deshalb hat sie eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Messies ins Leben gerufen. Das erste Treffen findet am 28. Januar um 19.45 Uhr in der VHS Gütersloh statt. „Wir wollen einen geschützten Raum schaffen, in dem Erfahrungen ausgetauscht und Unterstützung geboten werden kann“, erklärt sie. Dieses Engagement trifft auf reges Interesse und wird von der Selbsthilfekontaktstelle BIGS unterstützt.

In Deutschland könnten theoretisch bis zu 4,6 % der Bevölkerung vom Messie-Syndrom betroffen sein, wie eine Analyse zeigt. Kibis spricht auch von der emotionalen Last, die mit dem Horten wertloser Objekte verbunden ist. Viele Betroffene empfinden großen Angst und Stress, wenn sie an das Loslassen von Gegenständen denken – sei es, weil sie glauben, sie könnten diese eines Tages brauchen oder weil sie emotional an ihnen hängen.

Ein Lebenswandel ist notwendig

Das Messie-Syndrom hält viele Menschen in einem Teufelskreis gefangen, aus dem sie oft ohne Hilfe nicht entkommen können. Die unordentlichen Bedingungen sind nicht nur eine Belastung für die Betroffenen selbst, sondern können auch zu gravierenden Sicherheitsrisiken werden, etwa durch Brandgefahr oder Krankheiten durch Ungezieferbefall. Ein großes Problem ist zudem die tierische Horte, bei denen mehr Haustiere gehalten werden, als versorgt werden können. MSD Manual zeigt, dass viele dieser Tierhorter sich der misslichen Situation oft nicht bewusst sind.

Mit der neuen Selbsthilfegruppe wird der erste Schritt getan, um das Schweigen zu brechen und den Betroffenen sowie deren Angehörigen zu helfen, mit den Herausforderungen ihres Alltags besser umzugehen. Wenn das Thema Messie-Syndrom etwas ist, das jemandem in Ihrem Bekanntenkreis begegnet, könnte dieses Treffen der erste Schritt in Richtung gezielte Unterstützung und Veränderung sein.