Leipzigs Drogenhilfe in der Krise: Keine zusätzlichen Mittel genehmigt!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Leipzigs Stadtrat lehnt zusätzliche Mittel für das Zentrum für Drogenhilfe am Klinikum St. Georg ab, trotz steigender Nachfrage.

Leipzigs Stadtrat lehnt zusätzliche Mittel für das Zentrum für Drogenhilfe am Klinikum St. Georg ab, trotz steigender Nachfrage.
Leipzigs Stadtrat lehnt zusätzliche Mittel für das Zentrum für Drogenhilfe am Klinikum St. Georg ab, trotz steigender Nachfrage.

Leipzigs Drogenhilfe in der Krise: Keine zusätzlichen Mittel genehmigt!

In Leipzig steht das Zentrum für Drogenhilfe (ZFD) auf der Kippe. Während die Stadt mit schwerwiegenden sozialen Problemen zu kämpfen hat, bleibt die finanzielle Unterstützung für diese wichtige Einrichtung auf der Strecke. Ein aktuelles Bericht von l-iz.de beleuchtet die besorgniserregenden Entwicklungen rund um die Drogenhilfefinanzierung.

Leipzig ist leider kein Einzelfall: Drogenprobleme, verbunden mit Armut und Wohnungslosigkeit, betreffen viele Städte. Die am schnellsten wachsenden Ausgaben des Sozialdezernats spiegeln die steigende Nachfrage wider. Der neueste Wirtschaftsplan für das Städtische Klinikum „St. Georg“, der am 18. Dezember verabschiedet wurde, umfasst Erträge und Aufwendungen von rund 36 Millionen Euro, in dem aber zusätzliche Mittel für das ZFD nicht eingeplant sind.

Dringender Handlungsbedarf

Wie wichtig das ZFD ist, zeigt sich in seinem umfassenden Versorgungsnetz, das laut der Webseite des ZFD für suchtkranke Menschen aufgestellt wurde. Es bietet Unterstützung für Menschen, die von legalen sowie illegalen Drogen abhängig sind, ebenso wie für Angehörige. Ein zentraler Aspekt ist die Tatsache, dass die Nachfrage nach medizinischer Versorgung in der Einrichtung ansteigt. Für viele Klienten, die seit zwei Jahren im Übernachtungshaus leben, fehlen alternative Wohnmöglichkeiten.

Wesentlicher Bestandteil des Antrags der Grünen-Fraktion war die Einrichtung von Verselbstständigungswohnungen. Vor 2014 gab es schon einmal derartige Angebote, die jedoch eingestellt wurden. Ärztemangel und bauliche Investitionen werden als Kardinalprobleme wahrgenommen. Der vergangene Antrag auf finanzielle Unterstützung wurde mit 16:32 Stimmen und neun Enthaltungen abgelehnt, was zeigt, wie hart um die Mittel gerungen werden muss.

Ein engagiertes Netzwerk

Der Arbeitskreis Suchtprävention, ein weiterer wichtiger Akteur in der Stadt, bringt Fachkräfte öffentlicher Einrichtungen und freier Träger zusammen. Diese Gruppe, wie in einem Bericht von leipzig.de beschrieben, hat sich das Ziel gesetzt, die Suchtprävention in Leipzig voranzubringen und die öffentliche Wirksamkeit zu erhöhen. Sie arbeitet eng mit dem Drogenbeirat zusammen und entwickelt Strategien zur Bekämpfung von Abhängigkeiten.

Zusätzlich haben verschiedene Standorte des ZFD, einschließlich der Suchtberatungs- und -behandlungsstellen, wichtige Aufgaben. Zu den Angeboten gehören nicht nur die ambulante Nachsorge, sondern auch die Werkstatt für Holz, Keramik und Garten, die suchtgefährdeten Menschen Chancen bietet.

Mit der Absage an zusätzliche Mittel für das ZFD bleibt die Frage offen, wie die Stadt Leipzig mit der steigenden Zahl von Menschen, die Unterstützung benötigen, umgehen wird. Die Herausforderungen sind groß, und ohne entsprechende Maßnahmen könnte das Netz der Drogenhilfe weiter unter Druck geraten.