Egenhofen: Historische Kirche im Verfall – was wird aus Heilig Kreuz?

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Erfahren Sie Neuigkeiten über die Heilig-Kreuz-Kirche in Rammertshofen und die Geschichte von St. Georg in Egenhofen.

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Erfahren Sie Neuigkeiten über die Heilig-Kreuz-Kirche in Rammertshofen und die Geschichte von St. Georg in Egenhofen.

Egenhofen: Historische Kirche im Verfall – was wird aus Heilig Kreuz?

Die neueste Ausgabe der „Egenhofener Geschichten“ beschäftigt sich intensiv mit der lokalen Kirche, die als Zeitzeugin der Region gilt. Diese Ausgabe, die fast 60 Seiten umfasst, widmet deren 14 einzelnen der Heilig-Kreuz-Kirche in Rammertshofen. Die Kirche, die auf einem Bauernhof steht, ist nur schwer zugänglich, da sie keinen öffentlichen Zugang bietet. Bereits im Jahr 1315 wurde sie erstmals erwähnt, doch об schaut man sich heute um, wird einem die traurige Realität bewusst: Das Gotteshaus verfällt seit Jahren. An Wänden und Decken sind deutlich Risse sichtbar, die auf die marode Substanz hinweisen.

Ein großer Teil der beweglichen Ausstattungsgegenstände wurde 2010 im Kunstdepot des Ordinariats eingelagert. „Die Zukunft der Kirche bleibt unklar“, berichtet das Magazin, „und die Sanierungskosten sind astronomisch.“ Zwischen den unzähligen Herausforderungen, die sich den Verantwortlichen stellen, gab es sogar 1929 einen abgelehnten Antrag, den Kirchturm zur Wasserreserve umzubauen. In der aktuellen Ausgabe findet sich zudem ein Nachruf auf den verstorbenen Messner Johann (Hans) Rieder, der über 66 Jahre in der St. Georg-Kirche tätig war und den Dienst von seinem Vater übernahm.

Einblicke in die Gemeindegeschichte

Die Ausgabe bietet auch einen spannenden Blick in die Geschichte der Gemeinde. Martin Obermeier hat sich mit der sozialen Herkunft der Pfarrer bis ins 19. Jahrhundert beschäftigt. Dabei wird deutlich, dass die Pfarrhöfe einst große Bauernhöfe waren und die Pfarrer oft einen bedeutenden Eigenbeitrag zu ihrer Pfarrei leisten mussten. Darüber hinaus werden im Heft auch die Familien Rupp, das Wagner-Anwesen und die Familie Schräfl thematisiert. Interessante Zeitzeugenberichte bringen dem Leser die Geschehnisse rund um das Kriegsende vor 80 Jahren näher, und neun Autoren haben sich intensiv mit diesen Themen auseinandergesetzt.

Ein weiterer Punkt, der ebenfalls von Bedeutung ist, betrifft die beeindruckende Pfarrkirche St. Leodegar in Egenhofen, die in die Liste der Baudenkmäler eingetragen ist. Errichtet im Jahr 1410, setzt sie architektonisch eindrucksvolle Akzente. Obschon sie zwischen 1704 und 1707 einige Erneuerungen durchlief, wurde das Kirchenschiff 1921 neobarock umgestaltet. Der Glockenstuhl im Turm beherbergt vier Kirchenglocken und die Deckenmalerei, die den Heiligen Leodegar von Autun darstellt, wurde im gleichen Jahr von Hans Metzger ausgeführt. Diese Details machen St. Leodegar nicht nur zu einem wichtigen religiösen Ort, sondern auch zu einem geschichtsträchtigen Bauwerk, das das Ortsbild geprägt hat.

Die Bedrohung historischer Gebäude

Doch nicht nur die Geschichten von Kirchen bereiten Sorge. Der Landesverein für Heimatpflege macht auf den schleichenden Verlust historischer Gebäude aufmerksam, wie auf seiner Homepage zu lesen ist. Geschäftsführer Rudolf Neumaier hat eine kritische Haltung zum Abriss zahlreicher alte Gasthäuser eingenommen, die nicht nur das Ortsbild prägen, sondern auch soziale Begegnungsorte darstellen. Es ist bedauerlich, dass viele dieser vertrauten Anblicke und gelebten Gemeinschaften gefährdet sind.

Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Wahl zum „Abriss des Jahres“, die der Verein ins Leben rief, stehen zwölf bedauerliche Abrissfälle zur Auswahl. Diese Aktion soll die Aufmerksamkeit auf den Wert historischer Baukultur lenken, die oft trotz ihrer Bedeutung verloren geht. Letztes Jahr nahmen rund 1700 Menschen teil, und der Negativpreis ging an einen Abriss in Landshut, wo ein jahrhundertealtes Handwerkerhäuschen weichen musste. Diese Umstände verdeutlichen, dass der Schutz und Erhalt von bedeutenden Gebäuden aktueller denn je ist und die Gemeinschaften ein gutes Händchen haben sollten, um ihr Erbe zu bewahren.

Mit diesen Erzählungen und Informationen zeichnet das Heft ein Bild von der dynamischen Geschichte Egenhofens und unterstreicht die Bedeutung sowohl der letzten Zeitzeugen als auch der historischen Bauten in der Region. Wer tiefere Einblicke in die Historie und die wichtigen Themen der Gemeinde gewinnen möchte, findet mit der neuen Ausgabe der „Egenhofener Geschichten“ eine hervorragende Quelle.