Neues Opernhaus in Hamburg: Milliardenprojekt stößt auf Widerstand!

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Hamburg baut ein neues Opernhaus in der Hafencity. Klaus-Michael Kühne investiert 340 Millionen Euro. Baubeginn 2028, Fertigstellung 2034.

Hamburg baut ein neues Opernhaus in der Hafencity. Klaus-Michael Kühne investiert 340 Millionen Euro. Baubeginn 2028, Fertigstellung 2034.
Hamburg baut ein neues Opernhaus in der Hafencity. Klaus-Michael Kühne investiert 340 Millionen Euro. Baubeginn 2028, Fertigstellung 2034.

Neues Opernhaus in Hamburg: Milliardenprojekt stößt auf Widerstand!

Die Hamburger Bürgerschaft hat am 26. November 2025 grünes Licht für den Bau eines neuen Opernhauses in der Hafencity gegeben. Dieses Projekt, welches schon lange auf der Agenda steht, wird von der Stiftung des Milliardärs Klaus-Michael Kühne finanziert. Fast alle im Parlament vertretenen Parteien, darunter SPD, Grüne, CDU und AfD, stimmten dem Vertrag zu, der die Stadt Hamburg verpflichtet, das Grundstück am Baakenhöft unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und zu erschließen. Die Stadt beteiligt sich zusätzlich mit rund 148 Millionen Euro für spezifische Mehrkosten, darunter Flutschutzmaßnahmen und Grundstücksvorbereitung, während die Kühne-Stiftung bereit ist, bis zu 340 Millionen Euro für die eigentlichen Baukosten zu tragen. Weitere 104 Millionen Euro sind für die Herrichtung des Geländes eingeplant, wie Tagesschau berichtet.

Der Siegerentwurf für das neue Opernhaus stammt von der dänischen Architektengruppe Bjarke Ingels Group. Der Baubeginn ist in etwa vier Jahren geplant, während die Fertigstellung bis zum Jahr 2034 angestrebt wird. Diese Entwicklungen bieten für Hamburg die Aussicht auf ein kulturelles Highlight, welches die Stadt international ins Rampenlicht rücken könnte. Laut einer Einschätzung der Regierungsfraktionen stellt dies eine einmalige Gelegenheit dar, die Wahrnehmung und das kulturelle Angebot der Stadt zu stärken.

Finanzielle und historische Bedenken

Trotz der positiven Stimmen aus dem Parlament gibt es heftige Kritik und Bedenken, die nicht ignoriert werden sollten. So mahnt Architekturhistoriker Frank Schmitz in einem offenen Brief an, dass die Bürgerschaft sich mit finanziellen und historischen Fragestellungen auseinandersetzen sollte. Besonders die Herkunft der Mittel der Kühne-Stiftung steht im Fokus. Es gibt Forderungen nach einer Enquete-Kommission, um die Verantwortlichkeiten klar zu regeln. Die Linke hat in diesem Zusammenhang gewarnt, dass die Stadt die Verantwortung für zwei Spielstätten, das alte und das neue Opernhaus, schwer tragen kann, insbesondere da die Zahl der Opernbesucher bereits seit über 50 Jahren rückläufig ist, so NDR.

Zusätzlich kommt die historische Bedeutung des Standortes zur Sprache. Hier wurden 1904 Truppen für den Völkermord an den Herero und Nama eingeschifft. Dies hat die „Initiative zu den Opernplänen“ nicht ungestraft gelassen; sie übergab vor der Abstimmung 10.000 Unterschriften an den Senat und fordert eine angemessene Erinnerungskultur an die Kolonialvergangenheit. Diese Kontroversen müssen in der öffentlichen Diskussion eine zentrale Rolle spielen, um auch die Bedenken und die Meinung der Bürger:innen ernst zu nehmen.

Die nächsten Schritte

Die Projektgesellschaft, die den Bau der Oper leiten wird, ist mit einer Teilung der Anteile zwischen Stadt, Staatsoper und der Kühne-Stiftung betraut. Letztere wird das Opernhaus nach Fertigstellung der Stadt als Geschenk übergeben. Während also die Stadt Hamburg mit ihren finanziellen Mitteln zur Attraktivität des neuen Opernhauses beitragen möchte, bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion um die Verantwortung und die finanziellen Verpflichtungen in der kommenden Zeit entwickeln wird.

Insgesamt ist die Entscheidung der Bürgerschaft ein Schritt in eine aufregende, neue Ära für die Hamburger Kulturszene. Das neue Opernhaus könnte jedoch auch zum Prüfstein für die gesellschaftlichen Werte und die Verantwortungsübernahme der Stadt in einer sich wandelnden Welt werden, in der historische Verantwortung mehr denn je im Fokus steht, wie Deutschlandfunk zusammenfasst.