Hamburgs neues Opernhaus: Mehrheit stimmt zu – 100.000 Unterschriften protestieren!

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Hamburg plant ein neues Opernhaus in der HafenCity mit Investitionen von 250 Millionen Euro und Unterstützung durch die Kühne-Stiftung.

Hamburg plant ein neues Opernhaus in der HafenCity mit Investitionen von 250 Millionen Euro und Unterstützung durch die Kühne-Stiftung.
Hamburg plant ein neues Opernhaus in der HafenCity mit Investitionen von 250 Millionen Euro und Unterstützung durch die Kühne-Stiftung.

Hamburgs neues Opernhaus: Mehrheit stimmt zu – 100.000 Unterschriften protestieren!

Die Pläne für ein neues Opernhaus in Hamburg nehmen konkrete Formen an. Am 26. November 2025 hat die Hamburgische Bürgerschaft mit deutlicher Mehrheit dem Neubau in der HafenCity zugestimmt. Dies berichtet NDR. Fast alle Parteien, darunter SPD, Grüne, CDU und AfD, kamen überein, einen Vertrag zwischen der Stadt Hamburg und der Kühne-Stiftung zu unterzeichnen.

Ein umfassendes Projekt

Durch diese Vereinbarung wird die Stadt Hamburg das Grundstück am Baakenhöft unentgeltlich zur Verfügung stellen. Für die Erschließung des Geländes plant die Stadt rund 250 Millionen Euro zu investieren, so ZEIT. Die Kühne-Stiftung, unter der Leitung des prominenten Unternehmers Klaus-Michael Kühne, wird die Baukosten in Höhe von mindestens 300 Millionen Euro übernehmen. Es gibt sogar Anzeichen, dass die Summe auf bis zu 340 Millionen Euro steigen könnte.

Doch die Zustimmung kam nicht ohne Widerstand. Die Linksfraktion der Bürgerschaft kritisierte die mangelnde Bürgerbeteiligung und stimmte gegen das Projekt. Zudem übergab die „Initiative zu den Opernplänen“ vor der Abstimmung 10.000 Unterschriften an den Senat. Protest gegen das Vorhaben kam auch von rund 100.000 Bürgern, die einen Protestbrief unterzeichneten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forderten ein Moratorium, um die Pläne zu überdenken.

Ein Opernhaus von Weltrang

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat angekündigt, dass dieses Opernhaus nicht nur ein architektonisches Highlight wird, sondern auch das Ziel verfolgt, eine Oper von Weltrang zu schaffen, die Hamburg in der internationalen Kulturszene prominent platziert. Der Architekturentwurf von Bjarke Ingels Group wird geschätzt, rund 500 Millionen Euro zu kosten. Mit seinen futuristischen Elementen soll es die Skyline Hamburgs prägen und eine Aussichtsplattform bieten.

Die Hamburger Staatsoper wird weiterhin das alleinige Opernhaus der Stadt bleiben und wird nach der Fertigstellung in das neue Haus umziehen, das voraussichtlich in den frühen 2030er Jahren seine erste Premiere feiern wird. Interessanterweise gibt es eine enge Kooperation zwischen der Stadt, der Staatsoper und der Kühne-Stiftung, um das Projekt gemeinsam zu realisieren. Die Stadt selbst wird über eine Projektgesellschaft an der Planung und Umsetzung beteiligt sein.

Historische Debatten

Die Standortwahl für das neue Opernhaus ist umstritten. Der Baakenhafen erinnert an historische Kolonialverbrechen, was von vielen Kritikern bemängelt wird. Während einige das Potenzial des neuen Gebäudes feiern, warnen andere davor, dass die Vergangenheit nicht vergessen werden sollte. Umstritten ist zudem die Rolle der Kühne + Nagel Unternehmensgruppe in der NS-Vergangenheit, die ebenfalls zur Diskussion steht.

Auf dem Weg zur neuen Oper werden die Planungsarbeiten in der kommenden Woche beginnen und sollen etwa zwei Jahre dauern. An dieser Stelle wird auch ein Architekturwettbewerb mit fünf internationalen Architekturbüros stattfinden, um die besten Ideen für das neue Gebäude zu finden.

Es bleibt spannend, wie sich das Projekt entwickeln wird und ob die Stimmen der Kritiker Gehör finden. Die Hamburger Kultur hat auf jeden Fall einen neuen Stein im Brett, und die nächsten Schritte werden mit großem Interesse verfolgt werden.