Krise in Brandenburg: Solarglaswerk in Tschernitz meldet Insolvenz an!
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Krise in Brandenburg: Solarglaswerk in Tschernitz meldet Insolvenz an!
Es gibt eine ganze Menge zu berichten aus der Region Brandenburg, und leider sind die Nachrichten fast durchwegs von traurigen Entwicklungen geprägt. Am 29. November 2025 hat rbb darüber informiert, dass die Glasmanufaktur Brandenburg in Tschernitz, das letzte europäische Solarglaswerk, Insolvenz angemeldet hat. Diese Entscheidung hat nicht nur 243 Mitarbeiter in die Unsicherheit gestürzt, viele von ihnen waren bereits seit Monaten in Kurzarbeit. Der Antrag auf Insolvenz wurde am Freitag beim Amtsgericht Cottbus eingereicht, und die Enttäuschung über diesen Verlust ist groß.
Die Gründe für die Insolvenz sind ebenso ernüchternd wie verständlich. Hohe Energiepreise, Dumping-Preise aus China und das Versagen der EU, Maßnahmen zu ergreifen, haben dazu geführt, dass der Wettbewerbsdruck für die Manufaktur kaum noch tragbar war. Wirtschaftminister Daniel Keller äußerte große Bestürzung über die Schließung und erklärte, dass die Branche unter der „Abhängigkeit von chinesischen Produkten“ leidet. In einem Brandbrief hatte Keller bereits zuvor an den Bundestag appelliert, Maßnahmen zu ergreifen, um einen weiteren Verlust von Arbeitsplätzen in der Solarbranche abzuwenden. In den letzten Jahren gab es in Deutschland bereits mehrere Insolvenzen in dieser Branche, darunter sowohl Unternehmen aus Wolfsburg als auch Tochterfirmen des Herstellers Meier Burger aus der Schweiz.
Der Verlust von Arbeitsplätzen und wirtschaftlichem Potenzial
Der Verlust von über 200 Arbeitsplätzen ist für die Region ein schwerer Schlag, zumal Brandenburg nur wenig Industrie zu bieten hat. Dies war ein Punkt, den Landrat Harald Altekrüger stark betont hat. Zudem kritisierte Keller, dass die Bundesregierung im Jahr 2023 ein Solarpaket verabschiedet hat, das keine wirksamen Gegenmaßnahmen für den heimischen Markt enthält. Hierbei wird auch auf die Tatsache hingewiesen, dass im Jahr 2024 Solaranlagen im Wert von über 1,8 Milliarden Euro, nahezu 86 Prozent davon, aus China importiert wurden. Dies zeigt, wie drückend die Konkurrenzsituation geworden ist. Trotz mehrfacher Versuche seit 2024, Lösungen für die Manufaktur zu finden, blieben diese ohne nachhaltige Wirkung.
Ein starker Rückgang der europäischen Solarindustrie ist durchaus zu beobachten, und die Insolvenz der GMB könnte zum Symbol dafür werden. Das Unternehmen kämpfte vergeblich um seine wirtschaftliche Sanierung und sieht sich ob der Preisgestaltung aus China und anderen südostasiatischen Ländern einer Diskrepanz gegenüber, die schlicht nicht tragbar ist. Aktuell ruht die Produktion, und die Verantwortlichen hoffen auf eine Möglichkeit, zumindest Teile des Unternehmens retten zu können. Dennoch bleibt die Zukunft des Werks in Tschernitz ungewiss.
Größere Herausforderungen und weitere Themen
Währenddessen laufen auch andere Ermittlungen im Land, so sichtet das Bundeskartellamt zusammen mit dem LKA Unterlagen eines Schlachthofes in Perleberg. Hier geht es um den Verdacht möglicher Marktbereinigungen. Auch die Müllansammlungen an den Grenzkontrollpunkten entlang der A12 sind ein stetiges Problem, während im Barnim Mietwagenfirmen wie Uber und Bolt versuchen, im Berliner Speckgürtel Fuß zu fassen.
Es stehen also nicht nur wirtschaftliche, sondern auch infrastrukturelle Herausforderungen an. Die ganze Situation zeigt deutlich, wie sehr Regionen wie Brandenburg unter dem Druck globaler Märkte und interner Missstände leiden müssen. Die kommenden Wochen und Monate könnten entscheidend dafür sein, ob sich dieses Bild verändert oder die strukturellen Schwächen noch deutlicher zutage treten.