Die Menschliche Bibliothek Hamburg: Vorurteile abbauen durch Begegnung!
Entdecken Sie die Human Library in Altona: Ein Projekt zur Bekämpfung von Vorurteilen durch persönliche Begegnungen und Dialoge.

Die Menschliche Bibliothek Hamburg: Vorurteile abbauen durch Begegnung!
Die Human Library in Hamburg ist ein faszinierendes ehrenamtliches Projekt, das seit der Einführung durch Shirley Hartlage während der Corona-Pandemie einen wichtigen Platz in der Stadt einnimmt. Die Idee dieser „lebenden Bibliothek“ stammt ursprünglich aus Kopenhagen, wo sie vor über 20 Jahren ins Leben gerufen wurde. Ziel beider Initiativen ist es, den Dialog über gesellschaftliche Vorurteile zu fördern und echte Begegnungen mit betroffenen Menschen zu ermöglichen. Das Konzept hat sich inzwischen weltweit etabliert und ist in 85 Ländern vertreten, wie tagesschau.de berichtet.
Bei der Human Library Hamburg haben die Besucher die Möglichkeit, „menschliche Bücher“ für 30 Minuten auszuleihen. Diese Bücher sind keine echten Bücher, sondern Menschen, die bereit sind, über ihre persönlichen Erfahrungen in Bezug auf verschiedene Themen wie Angststörungen, Spielsucht oder Identitätsfragen zu sprechen. An einer Pinnwand im Veranstaltungsort sind die verfügbaren Themen aufgeführt, darunter auch „Pansexuell“ oder „Schwarz“. Um den Gesprächseinstieg zu erleichtern, werden die ersten Fragen vorgegeben, was den Austausch unter den Teilnehmenden fördert, wie mopo.de erwähnt.
Ein Ort des Austauschs
Die letzte Veranstaltung fand im neuen Trinitatis-Quartier in Altona statt, das bei sommerlichen 30 Grad feierlich eröffnet wurde. Die Nachfrage nach diesen „Büchern“ ist enorm, oft sind sie binnen kürzester Zeit alle verliehen. Die menschlichen Bücher, die sich oft durch einen Bewerbungsprozess qualifizieren müssen, teilen ihre Geschichten und Antworten und tragen damit zur Verbesserung des gesellschaftlichen Miteinanders bei.
Eine Vielzahl von Themen wird abgedeckt, darunter unter anderem ethnische Hintergründe, soziale Statusunterschiede und psychische Gesundheit. So zeigt die Geschichte von Dan, einem „lebenden Buch“ mit ADHS und Autismus, wie wichtig das Verständnis für solche Themen ist. Das Ziel ist stets der Abbau von Vorurteilen und Stereotypen, was auch für die Organisatoren eine Herzensangelegenheit darstellt. Shirley Hartlage und Katharina Bloemberg sind seit 2022 aktiv in Hamburg und arbeiten ehrenamtlich daran, das Konzept weiter auszubauen.
Ein globales Phänomen
Die Human Library hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 von einem dänischen Pop-up-Event zu einer globalen Bewegung entwickelt. Auch Bildungseinrichtungen, Unternehmen und NGOs integrieren das Konzept in ihre Programme. Die „lebenden Bücher“ eröffnen den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit Minderheiten und Menschen, die von der Norm abweichen, auseinanderzusetzen und deren Perspektiven zu erfahren, was letztendlich das Verständnis füreinander fördert.
Die Eröffnung des ersten permanenten Standorts, der auch einen Lesegarten umfasst, fand kürzlich in Kopenhagen statt. Auch während der COVID-19-Pandemie adaptierte die Human Library ihre Angebote und führte virtuelle Veranstaltungen und Lesungen durch. So entsteht in der Hamburger Community ein sicherer Raum für Gespräche, der Menschen zusammenbringt und Barrieren abbaut.
Insgesamt zeigt die Human Library Hamburg ein starkes Beispiel für gemeinschaftliches Engagement und die Bedeutung von Empathie, Aufklärung und Dialog in unserer heutigen Gesellschaft.