St. Georg: Drogen-Drama und Angst – Anwohner schlagen Alarm!

St. Georg: Drogen-Drama und Angst – Anwohner schlagen Alarm!
In Hamburg-St. Georg ist der Alltag von Drogenproblemen und Kriminalität stark geprägt. Apothekerin Alexandra Villnow schildert, dass der Verkauf von Spritzen stark angestiegen ist und immer mehr Menschen mit zunehmender Grundaggressivität durch die Straßen ziehen. Die Situation hat sich in den letzten anderthalb Jahren erheblich verschärft, wie auch die Bürgerinitiative von Tobias Stempien und Stefan Wiedemeyer feststellt. Die beiden Gründer sind besorgt über den offenen Drogenhandel und den damit verbundenen Anstieg der Kriminalität im Viertel, was die Anwohner in Angst und Schrecken versetzt. Denn bevor der Drob Inn, eine wesentliche Drogenhilfeeinrichtung, bewegt wird, sind Hunderte Drogenabhängige vor Ort, während die Polizei kaum präsent ist. faz.net berichtet von alarmierenden Zuständen, während die Hamburger Morgenpost die negativen Auswirkungen auf die Nachbarschaft und die betroffenen Anwohner beschreibt.
Das Viertel hat eine wechselvolle Geschichte. In den 90er Jahren war St. Georg bereits ein Brennpunkt wegen Drogenproblemen, konnte sich jedoch eine Zeit lang stabilisieren. Nun sind die besorgniserregenden Entwicklungen zurückgekehrt. Rückgänge in der Lebensqualität sowie ein Anstieg der Obdachlosigkeit sind zu beobachten. Anwohner teilen mit, dass sie Übergriffe und sexuelle Belästigung immer öfter erleben, während auch der offene Drogenkonsum sichtbarer wird. Die örtliche Kriminalitätsstatistik aus dem Jahr 2024 zeigt St. Georg als Stadtteil mit den meisten Straftaten in Hamburg, während Raubdelikte um 21 % und Körperverletzungen um 22 % im Vergleich zum Vorjahr zunahmen.
Die Sorge der Anwohner
Die Bürgerinitiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegen die verschärfte Sicherheitslage zu kämpfen. Anwohner ergreifen Sicherheitsvorkehrungen wie das Sichern von Kindergärten mit Nato-Draht und bewerten die zugesicherten Maßnahmen der Stadt kritisch. Die Stadt plant die Erweiterung von Drogenhilfen, was viele Bewohner als problematisch erachten. „Wir fordern eine Dezentralisierung der Drogenhilfe“, sagt Stempien, der befürchtet, dass die Problematik weiterhin in St. Georg konzentriert bleibt.
Die Situation wird durch die Unterbringung von rund 764 Flüchtlingen, hauptsächlich aus der Ukraine, zusätzlich belastet. Lokal Restaurants und Geschäfte, darunter das von Gastronom Vural Yildiz, spüren die negativen Auswirkungen der Drogenproblematik, die sich direkt auf die Kundenfrequenz und den Betrieb auswirken.
Kriminalitätsstatistik im Fokus
Ein Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik macht die Herausforderungen in St. Georg deutlich. Laut der Polizei Hamburg stiegen die Straftaten im Bezirk um 10,9 % auf 234.241 Fälle. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Rauschgiftdelikten, mit einem Anstieg von 12 % und einer besonders hohen Crack-Konsumrate im Viertel. Zudem ist die Gewaltkriminalität um 10,7 % angestiegen und der Bezirk hat einen Höchststand bei Verfahren gegen organisierte Drogenkriminalität erreicht. Die Anwohner fühlen sich von der Politik ignoriert, da St. Georg in der Wählergemeinschaft nur eine geringe Rolle spielt.
Der Senat gibt an, dass die erhöhte Polizeipräsenz in der Innenstadt möglicherweise zu einem Rückgang der Gewaltkriminalität am Hauptbahnhof geführt hat, gleichzeitig jedoch ein Verdrängungseffekt in die angrenzenden Wohngebiete zu verzeichnen ist. So verlief beispielsweise eine kürzlich von Innenministerin Nancy Faeser initiierte Inspektion vor Ort, um die Sicherheitslage aktiv zu beleuchten mopo.de.
Die besorgniserregende Entwicklung in St. Georg erfordert dringende Maßnahmen und Lösungen. Immer mehr Anwohner und Geschäftsinhaber setzen sich für ein „lebenswertes St. Georg“ ein, doch die Frage bleibt: Wer hört ihnen zu?