Wandsbek kämpft für Sicherheit: Anhörung zum Safe Space für Queere
Wandsbek lädt zur Anhörung über einen "Safe Space" für queere Menschen am 12. Januar 2026 ein. Teilnahme erwünscht!

Wandsbek kämpft für Sicherheit: Anhörung zum Safe Space für Queere
In Hamburgs Bezirk Wandsbek tut sich was für die queere Community: Der Ausschuss für Soziales hat ein öffentliches Anhörverfahren ins Leben gerufen, um über die Notwendigkeit eines „Safe Space“ für queere Menschen zu diskutieren. Wie hamburg.de berichtet, sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen, sich an diesem Prozess zu beteiligen. Das Anhörverfahren findet am 12. Januar 2026 im Bürgersaal Wandsbek statt und verfolgt das Ziel, die optimalen Rahmenbedingungen für diesen geschützten Raum zu klären.
Doch warum ist ein solcher Raum so wichtig? Trotz der zunehmenden Akzeptanz für queere Menschen beobachten wir eine besorgniserregende Zunahme von Anfeindungen und Gewalt. Die Zahlen sind alarmierend: Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) gab es im Jahr 2023 insgesamt 1.785 Dokumentationen von Straftaten gegen LSBTIQ*, was einem Anstieg von 50% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Passend dazu zeigt sich die Situation in Hamburg ebenso kritisch: Im Jahr 2023 wurden hier 98 queerfeindliche Straftaten registriert, was einen Anstieg von 56% im Vergleich zu 2022 bedeutet.
Bedarf für einen geschützten Raum
Die Wandsbeker Bezirksversammlung hat bereits über die Herausforderungen diskutiert, mit denen queere Menschen während der „Pride Week“ konfrontiert sind. Die Wandsbek-Koalition, bestehend aus SPD, Grünen und FDP, hat sich dem Thema angenommen und setzt sich für den „Safe Space“ als Treffpunkt und Rückzugsort für LGBTQIA+ Personen ein. Conny Poltersdorf von der Grünen Fraktion betont, dass ein solcher Raum zur psychischen Stabilität beiträgt und Sichtbarkeit sowie Selbstbestimmung fördert.
Bisher sind Schutzräume für queere Menschen häufig nur in zentralen Stadtteilen Hamburgs vorhanden, während viele Betroffene sich im öffentlichen Raum und im eigenen Umfeld unsicher fühlen. Gerade für ältere und jüngere Generationen gibt es oft nicht die nötige Unterstützung, um sich stärken zu können. Der Bedarf an einem geschützten Raum ist also groß – eine Erkenntnis, die auch durch aktuelle Studien untermauert wird.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Besucher des Anhörverfahrens können ihre Ideen und Bedürfnisse einbringen, und es wird die Möglichkeit geben, Experten aus verschiedenen Bereichen zu hören. Dies ist von großer Bedeutung, um die optimalen Rahmenbedingungen für den Safe Space zu untersuchen und das Konzept entsprechend anzupassen. Damit soll sichergestellt werden, dass der Raum den Ansprüchen und Bedürfnissen der queeren Community gerecht wird.
Der Anstieg der Hasskriminalität ist kein isoliertes Problem, sondern spiegelt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung wider. Der verbreitete Ausdruck von Homophobie und Transfeindlichkeit hat nicht nur Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden der Betroffenen, sondern auch auf deren Bereitschaft, Vorfälle anzuzeigen – etwa aus Angst vor weiteren Diskriminierungen. Die Dunkelfeld-Studie des BKA zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit der LSBTIQ* in Deutschland Diskriminierungserfahrungen macht, die rund 96% der Befragten als Hate Speech und 87% als körperliche oder sexuelle Übergriffe bezeichneten. Viele ziehen es vor, Vorfälle nicht zu melden, weil sie diese als nicht ernst genug erachten oder aus Furcht vor der Reaktion der Polizei.
Das Programm zur Kriminalprävention des BKA hat bereits verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet, um ein sicheres Umfeld für alle zu schaffen. Mit der Schaffung eines Safe Spaces in Wandsbek könnte ein weiterer, bedeutender Schritt in die richtige Richtung gemacht werden, um queerfeindliche Angriffe zu verringern und eine inklusive Gesellschaft zu fördern.