Gedenktag in Hamburg: 40 Jahre nach dem Mord an Ramazan Avcı

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Am 21. Dezember 2025 wird am Ramazan-Avcı-Platz in Hamburg-Nord an den 40. Jahrestag seines gewaltsamen Todes erinnert.

Am 21. Dezember 2025 wird am Ramazan-Avcı-Platz in Hamburg-Nord an den 40. Jahrestag seines gewaltsamen Todes erinnert.
Am 21. Dezember 2025 wird am Ramazan-Avcı-Platz in Hamburg-Nord an den 40. Jahrestag seines gewaltsamen Todes erinnert.

Gedenktag in Hamburg: 40 Jahre nach dem Mord an Ramazan Avcı

Am 21. Dezember 2025 jährt sich der gewaltsame Tod von Ramazan Avcı zum 40. Mal. Avcı, ein 26-jähriger türkischer Migrant, wurde 1985 in Hohenfelde nahe der S-Bahnstation Landwehr von Neonazis überfallen und brutal angegriffen. Er succumbed seinen schweren Verletzungen am Heiligabend im Krankenhaus. Zu Ehren seines Andenkens fand am Ramazan-Avcı-Platz eine öffentliche Gedenkkundgebung statt, die von der Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı organisiert wurde, zu der sowohl seine Witwe als auch sein Sohn gehören. Hamburg.de berichtet, dass der Platz, der seit 2012 Avcıs Namen trägt, nun umgestaltet wurde, um die Erinnerung an ihn lebendig zu halten.

Nahe dem neu gestalteten Platz steht ein neues Denkmal, künstlerisch gestaltete Gedenkschilder und ansprechende Sitzbänke. Diese Umgestaltung wurde in Kooperation mit Studierenden der Hochschule für Bildende Künste (HFBK) realisiert und erhielt finanzielle Unterstützung aus dem Programm „Kunst im öffentlichen Raum“ der Behörde für Kultur und Medien sowie vom Bezirksamt Hamburg-Nord.

Ein Vermächtnis des Protests

Der brutale Mord an Ramazan Avcı führte 1985 zu einem Aufschrei unter den türkischen Migranten in Hamburg. ND Aktuell berichtet, dass seine Ermordung nicht als „Einzelfall“ betrachtet wurde, sondern letztlich zu einer Großdemonstration mit 15.000 Teilnehmern gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus führte. Diese mobilisierte nicht nur türkische Vereine, sondern auch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und viele andere Organisationen.

Darüber hinaus war Avcı nicht der einzige Migrant, der zu dieser Zeit Opfer von rassistischer Gewalt wurde. Erst zuvor war der 29-jährige Mehmet Kaymakçı in Langenhorn ebenfalls von Neonazis ermordet worden. Beide Taten schockierten die Stadt und führten zur Gründung des Bündnisses Türkischer Einwanderer, das später zur Türkischen Gemeinde Deutschlands wurde.

Gedenken und Erinnern

Am 21. Dezember 2025 fand nun die Gedenkveranstaltung am Ramazan-Avcı-Platz statt, bei der Blumen, Kerzen und Transparente erwünscht waren, Nationalflaggen jedoch abgelehnt wurden. Diese Initiative wird vom Bezirksamt Hamburg-Nord unterstützt und zeigt, dass die Erinnerung an die Opfer von rassistischer Gewalt weiterhin einen hohen Stellenwert hat.

Die Gedenkfeier an Avcı steht in einem größeren Kontext. Ab 2027 soll eine jährliche Gedenkfeier an alle Opfer rechtsextremer Gewalt im Bezirk Hamburg-Nord eingeführt werden – eine vielversprechende Voraussicht in einer Stadt, die sich zunehmend für Vielfalt einsetzen möchte.

In einem Land, in dem heute ein Drittel der Bevölkerung eine familiäre Migrationsgeschichte vorweisen kann, ist es essenziell, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Der Hamburger Sport-Verein (HSV) hat sich in der Vergangenheit ebenfalls stark gegen rassistische Gewalt positioniert und bekräftigt dies mit dem Slogan „Love Hamburg, Hate Racism“, der auf einem Graffiti im Stadion zu finden ist.