Reiche Stammkunden stehlen im Rewe: Händler schlägt Alarm!

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In Blankenese meldet ein Rewe-Händler einen Anstieg von Ladendiebstählen durch wohlhabende Stammkunden, mit Verlusten von 60.000 Euro jährlich.

In Blankenese meldet ein Rewe-Händler einen Anstieg von Ladendiebstählen durch wohlhabende Stammkunden, mit Verlusten von 60.000 Euro jährlich.
In Blankenese meldet ein Rewe-Händler einen Anstieg von Ladendiebstählen durch wohlhabende Stammkunden, mit Verlusten von 60.000 Euro jährlich.

Reiche Stammkunden stehlen im Rewe: Händler schlägt Alarm!

In Hamburg-Blankenese sorgt ein aktueller Trend in der Feinkostbranche für Aufregung. Fabian E., Betreiber eines Rewe-Marktes, berichtet von einer besorgniserregenden Zunahme an Ladendiebstählen, die besonders von wohlhabenden Stammkunden begangen werden. Diese Entwicklung hinterlässt nicht nur ein Loch in der Kasse des Händlers, sondern beschäftigt auch die gesamte Gemeinschaft im Stadtteil, wo Klauen scheinbar mehr und mehr zum Volkssport wird. Laut E. belaufen sich die jährlichen Verluste durch diese Diebstähle auf etwa 60.000 Euro. Dabei handelt es sich nicht um organisierte Banden oder Personen in finanzieller Not, sondern um bekannte Gesichter, die regelmäßig den Supermarkt besuchen.

Ein aktueller Vorfall verdeutlicht die Situation eindrücklich: Ein Dieb steckte eine Flasche Dom Pérignon im Wert von 200 Euro ein, während er mit einem Porsche-Schlüssel hantierte. „Es ist frustrierend, dass viele dieser Leute keinerlei Reue zeigen und häufig mit einem Lächeln im Gesicht davongehen“, äußert sich E. zu seiner Wut über die fehlende Einsicht der Vertragspartner.

Ein besorgniserregendes Phänomen

Die beobachtete gesunkene Hemmschwelle beim Stehlen ist nicht nur ein Problem für Fabian E., sondern wird auch von Bettina Nolte vom Handelsverband Nord thematisiert. Sie stellt fest, dass immer mehr Menschen, selbst in vermögenden Kreisen, ihr Unrechtsbewusstsein verlieren. Die Diebstähle erfolgen häufig an Selbstbedienungskassen, was noch mehr Fragen aufwirft. Ein bundesweiter Trend zeigt einen geschätzten Schaden durch Ladendiebstähle von fast drei Milliarden Euro im Jahr 2024, was einen Anstieg von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Laut der EHI-Studie gab es im Jahr 2024 insgesamt 379.311 einfache Ladendiebstähle in Deutschland, wobei eine geschätzte Dunkelziffer von über 90 Prozent besteht. Diese Zahl verdeutlicht die Komplexität und das Ausmaß des Problems, da die Aufklärungsquote für Diebstähle insgesamt unter zehn Prozent liegt. Im Handel werden jährlich über 1,55 Milliarden Euro in Präventiv- und Sicherungsmaßnahmen investiert, um dem Phänomen Herr zu werden.

Politische Maßnahmen gefordert

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, betont die Notwendigkeit politischer Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Trends. „Die Staatsanwaltschaft sollte endlich proaktive Schritte unternehmen, um dieser ansteigenden Welle der Ladendiebstähle Einhalt zu gebieten“, so Genth. Die Reaktionen von betroffenen Unternehmern wie Fabian E. deuten darauf hin, dass ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich ist, um der Normalisierung von Diebstahl entgegenzuwirken.

Die anhaltenden Diebstähle im Rewe-Markt in Blankenese sind nicht nur ein Thema für Einzelhändler und die Politik, sondern betreffen das gesamte soziale Gefüge. Es bleibt abzuwarten, ob sich die gesellschaftlichen Hemmungen verändern und ob ausreichend Maßnahmen ergriffen werden, um diesem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken. Die Tatsachen und Zahlen sprechen dafür, dass dringender Handlungsbedarf besteht.