Hamburg-Nord: Erster Mieter*innen-Gipfel gegen steigende Mieten!

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Erstes Mieter*innen-Vernetzungstreffen in Hamburg-Nord am 09.02.2026; Austausch über steigende Mieten und Verdrängung.

Erstes Mieter*innen-Vernetzungstreffen in Hamburg-Nord am 09.02.2026; Austausch über steigende Mieten und Verdrängung.
Erstes Mieter*innen-Vernetzungstreffen in Hamburg-Nord am 09.02.2026; Austausch über steigende Mieten und Verdrängung.

Hamburg-Nord: Erster Mieter*innen-Gipfel gegen steigende Mieten!

Am 15. Januar 2026 fand in Hamburg-Nord das erste Mieter*innen-Vernetzungstreffen statt, das großen Anklang fand und die Sorgen der Teilnehmer:innen eindrücklich widerspiegelte. Organisiert von der Partei Die Linke, zeigte das Treffen, dass der Bedarf an Austausch, Unterstützung und gemeinsamer Organisierung in der Stadt hoch ist. Viele der Anwesenden berichteten von steigenden Mieten, Unsicherheit und der Bedrohung durch Verdrängung. Damit wurde die Dringlichkeit eines solidarischen Miteinanders offensichtlich und das Ziel des Treffens klar: gemeinsame Schritte und Strategien entwickeln, um den Herausforderungen des Wohnungsmarktes zu begegnen. Um diesen Gedanken weiter voranzutreiben, lädt die Initiative alle interessierten Mieter*innen zu aktivem Handeln ein, um die eigene Situation zu verbessern. Das nächste Treffen findet am 9. Februar 2026 um 18:30 Uhr statt, wo unter anderem Haustürgespräche und Infostände geplant sind.

Inspiriert von diesem bewussten Austausch, kommen die Forderungen einer breiteren Bewegung in den Fokus, die der Problematik des Verlusts von bezahlbarem Wohnraum in Deutschland den Kampf ansagt. Laut der Initiative Wohnungsnot stoppen ist dieser Verlust ein zentrales Thema, das Hunderttausende Mieter betrifft. Dabei stehen Umwandlungen von Mietshäusern in Eigentumswohnungen und Eigenbedarfskündigungen an der Spitze dieser Problematik. Die Verbindung zu den Erzählungen der Teilnehmer:innen beim Vernetzungstreffen ist klar: Diese Umwandlungen und die damit verbundenen Kündigungen sind oft das Resultat eines langen Verwertungsprozesses, der viele aus ihren langjährigen Wohnungen drängt.

Eigenbedarf und Umwandlung – Ein drängendes Problem

Die Thematik der Eigenbedarfskündigungen zieht sich durch das gesamte Mietrecht und zeigt Parallelen zu den Wünschen und Nöten der Hamburger Mieter:innen. Sebastian von der Initiative Pankow gegen Verdrängung berichtet von seiner persönlichen Erfahrung mit einer Kündigung in Prenzlauer Berg, bei der die Aussicht auf Erfolg seiner Klage eher mau aussieht. „Eigenbedarfskündigungen von heute sind oft das Ergebnis der Umwandlungen, die in den letzten Jahrzehnten stattfanden“, so die taz. Viele Betroffene geben auf oder akzeptieren eine Entschädigung, weil die Erfolgsaussichten vor Gericht oft schwach sind. Schätzungen des Berliner Mietervereins zufolge sind in Berlin jährlich mehr als 10.000 Haushalte von derartigen Kündigungen betroffen.

Die Initiative „Wohnungsnot stoppen“ fordert umfassende Maßnahmen auf allen politischen Ebenen, um das kommunale Vorkaufsrecht wieder funktionsfähig zu machen. Der politische Druck, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene, wird zunehmend brisanter angesichts der drohenden Auslaufrate des 2021 eingeführten Umwandlungsverbots. Das Bündnis besteht aus Stadtverwaltungen, Mietervereinen, Initiativen und von der Verdrängung betroffenen Mieter:innen, die sich gemeinsam für eine Reform der Gesetzgebung einsetzen. Die Erhaltung von Wohnraum muss an erster Stelle stehen, denn letztendlich geht es darum, dass alle in ihrer Wohnung bleiben können.

Der Weg zur Solidarität

Wie auch das Vernetzungstreffen in Hamburg-Nord so eindringlich demonstriert hat, ist der erste Schritt zur Veränderung das gemeinsame Handeln. Die Initiative bittet Mieter*innen, sich nicht nur über ihre individuellen Erfahrungen auszutauschen, sondern auch aktiv am politischen Diskurs teilzunehmen. Dies geschieht durch konkrete Workshops und Aktionen, die die politischen Entscheidungsträger ins Boot holen und auf die Notwendigkeit von Änderungen drängen.

Zusammen mit einer Vielzahl von Stimmen aus der Zivilgesellschaft zeigt sich, dass die Mieter:innen in Hamburg und darüber hinaus nicht alleine sind. Jedes Treffen und jede Diskussion trägt dazu bei, den Rückhalt zu stärken und mehr Menschen für den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum zu sensibilisieren. „Wir kämpfen für eine lebenswerte Stadt für alle“, erklärt ein Teilnehmer leidenschaftlich. Und genau darum geht es: eine Zukunft zu gestalten, in der alle einen Platz haben.