Femizid-Ausstellung in Achim: 85.000 Gründe zum Handeln!
Ausstellung im Amtsgericht Achim thematisiert Femizide, sensibilisiert für Gewalt gegen Frauen. Zugang bis Weihnachten.

Femizid-Ausstellung in Achim: 85.000 Gründe zum Handeln!
Eine eindrucksvolle Ausstellung im Amtsgericht Achim soll auf ein drängendes Problem aufmerksam machen: den Femizid. Unter dem Titel „Femizid im Kunstdialog“ sind ab sofort eine Vielzahl kreativer Werke zu sehen, die einen schweren deutschen Alltag widerspiegeln. Kreiszeitung berichtet, dass diese Veranstaltung dazu dient, die Öffentlichkeit für die schockierenden Zahlen zu sensibilisieren. So wird alle zwei Sekunden weltweit eine Frau ermordet, was die Dimension des Problems verdeutlicht.
Im überfüllten Gerichtssaal, wo sonst juristische Entscheidungen getroffen werden, wird über die erschreckenden 85.000 Femizide jährlich weltweit berichtet. Jedes Kunstwerk, ob rot genähte Schuhe von Ulla Hartmann-Eggers oder die anatomischen Herzen von Svenja S. Wetzenstein, spricht eine klare Sprache gegen diese Gewalt. Die Ausstellung ist bis Weihnachten zu besichtigen, und der Direktor des Amtsgerichts, Nikolai Sauer, erhält für seine Unterstützung ein Dankeschön.
Ein Blick hinter die Zahlen
Die Aktion findet im Kontext des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen statt, einem Thema, das nicht nur lokal, sondern auch international von Bedeutung ist. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt fest, dass Femizide oft aus hierarchischen Geschlechterverhältnissen resultieren. Besonders auffällig ist, dass in Deutschland im Jahr 2024 laut Bundeskriminalamt (BKA) 132 Frauen durch ihre (Ex-)Partner ermordet wurden – ein düsteres Bild, das oft im Verborgenen bleibt. Die Statistiken zeigen, dass 51.000 der Femizide (60%) in einem familiären oder partnerschaftlichen Kontext verübt werden.
Nicht zu vergessen ist der Anstieg frauenfeindlicher Taten. Laut dem „Bundeslagebild 2024“ gab es im Vergleich zum Vorjahr einen erheblichen Anstieg. Dabei wird Femizid zunehmend als strukturelles und gesamtgesellschaftliches Problem wahrgenommen, das in der Politik, Medienberichterstattung und rechtlichen Verfolgungen tiefere Einblicke erfordert.
Aktionen und Hilfsangebote vor Ort
Doch der Kunstdialog beschränkt sich nicht nur auf die Ausstellungsstücke. Die Kampagne „Stopp Gewalt gegen Frauen“ wurde von den engagierten Sybille Boysen und Gitta Hahn ins Leben gerufen und umfasst zahlreiche Netzwerkpartner. Unterstützende Organisationen wie der Weiße Ring bieten Hilfestellung bei Gerichtsprozessen, während „Pro Beweis“ Frauen durch ihre Plattform dazu befähigt, Beweise für Gewalt zu sichern, bevor rechtliche Schritte unternommen werden.
Dazu kommt eine Vielzahl an Veranstaltungen, die auf die Problematik aufmerksam machen. Die Stadtbibliothek bietet themenrelevante Bücher an und veranstaltet am Donnerstag um 15 Uhr „Roses against Violence“. Darüber hinaus findet am 9. Dezember ein Selbstbehauptungskurs für Frauen und Mädchen statt, der nicht nur Empowerment bieten soll, sondern auch Sicherheit in der eigenen Haut.
Die Schirmherrschaft von Bundesfrauenministerin Lisa Paus lässt hoffen. Ihr mehr an Schutz für Frauen sowie das Gewalthilfegesetz, das bald im Bundestag beschlossen werden soll, zeigen den politischen Willen, auf die steigende Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und Unterstützung zu garantieren. Tagesschau berichtet, dass dies nur der Anfang eines umfassenden Wandels sein kann.
Die Ausstellung im Amtsgericht Achim ist nicht nur Kunst, sie ist ein aufrüttelndes Zeichen und eine Einladung, sich mit den erschreckenden Realitäten von Femiziden in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Ein Thema, das jeden angeht!