Stillstand in Eimsbüttel: Vorderhaus-Ombau bleibt seit Jahren liegen!
Eimsbüttel: Bauprojekt in der Osterstraße 174 stockt seit Jahren. Bezirksamt prüft rechtliche Schritte gegen Wohnraummangel.

Stillstand in Eimsbüttel: Vorderhaus-Ombau bleibt seit Jahren liegen!
In der Hamburger Osterstraße 174 bleibt der Neubau des Vorderhauses ein zähes Unterfangen. Seit Jahren ruht das Bauprojekt, während der Hinterhof bereits umgebaut wurde. Ursprünglich erteilte das Bezirksamt im Sommer 2017 die Baugenehmigung, die jedoch mittlerweile erloschen ist. In den letzten Monaten wurde offensichtlich, dass bei den geplanten Maßnahmen zur Schaffung von mehr Wohnraum weit und breit keine Fortschritte zu sehen sind. Das Abreißen der Garagenanlage war der einzige sichtbare Schritt in Richtung Renovierung, während das Vorderhaus weiterhin unverändert blieb. Der dringende Bedarf an Wohnraum in Hamburg könnte nicht deutlicher sein.
Besonders brisant wird die Situation, da das Bezirksamt im März 2024 eine Zweckentfremdungsgenehmigung erteilte, um den Leerstand des Vorderhauses für den stillstehenden Umbau zu rechtfertigen. Diese Genehmigung könnte jedoch in Gefahr sein, denn seit Mai 2025 wurde kein neuer Bauantrag eingereicht und das Bezirksamt prüft jetzt einen Widerruf. Mikey Kleinert von der Eimsbütteler Linksfraktion äußerte sich bereits besorgt über die untragbaren Verzögerungen, besonders angesichts des enormen Wohnungsmangels in Eimsbüttel.
Die Auswirkungen der Zweckentfremdung
Doch was bedeutet eigentlich Zweckentfremdung von Wohnraum? Grundsätzlich werden damit Situationen beschrieben, in denen Wohnraum anderen Zwecken zugeführt wird, als ursprünglich genehmigt. Dies kann von der Umwandlung in Büros bis hin zu unerlaubter Untervermietung reichen. Gerade in einer Zeit, in der in Deutschland bundesweit ca. 550.000 Wohnungen fehlen, ist dieses Thema besonders heikel.Kanzlei Herfurtner macht deutlich, dass sowohl Eigentümer als auch Mieter diesen Wohnraum zweckentfremden können, wobei dies oft mit rechtlichen Konsequenzen verbunden ist.
Ein Blick auf die Mietpreise in den großen Städten zeigt einen drastischen Anstieg: In Hamburg sind insbesondere die Mieten in den letzten Jahren stark gestiegen, während leerstehende Wohnungen in der Regel unverändert bleiben. Diese Diskrepanz reicht für viele Haushalte nicht aus, um die stark steigenden Wohnkosten zu decken. Beispielsweise leben laut dem Statistischen Bundesamt 52% der Menschen in Deutschland zur Miete, ein Anteil, der in den letzten Jahren nicht gesunken ist. Eine klare Aufgabe für die Stadt und die Bauverwaltungen, die an einem Strang ziehen müssen.
Der Weg zur Lösung
Die Studie im Auftrag des Verbändebündnisses „Soziales Wohnen“ beleuchtet die Ursachen des Wohnraummangels und stellt klar, dass die Neubautätigkeiten den tatsächlichen Bedürfnissen nicht gerecht werden. Durchschnittlich werden jährlich 372.000 neue Wohnungen benötigt, während nur etwa 294.400 Wohnungen im Jahr 2023 tatsächlich gebaut wurden. Hier liegt eine Herausforderung, die dringend angepackt werden muss.bpb.de unterstreicht, dass gerade in Großstädten wie Hamburg zahlreiche Wohnungen leer stehen, während der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum stetig ansteigt. An diesem Punkt sollte auch die Idee der neuen Wohngemeinnützigkeit, die 2024 eingeführt werden soll, einen größten Stellenwert erhalten, um sozialen Wohnungsbau nachhaltig zu fördern.
Zusammenfassend können wir sagen: Die Situation in der Osterstraße 174 ist symptomatisch für einen größeren, ungelösten Konflikt in Hamburg und darüber hinaus. Die verzögerte Umsetzung von Bauprojekten steht im krassen Gegensatz zu der drängenden Nachfrage nach Wohnraum, und Diskussionen über Zweckentfremdung werden nicht weniger. Hier sind neue Ansätze gefragt, um das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage abzusichern.