Der Hamburger Elbtower, der derzeit als Bauruine im HafenCity-Gebiet steht, hat mit Dirk Roßmann, dem Gründer der Drogeriekette Rossmann, einen neuen Investor gewonnen. Am 20. Januar 2026 gab das Bundeskartellamt die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens frei, an dem neben Roßmann auch der Immobilienentwickler Dieter Becken sowie Milliardär Klaus-Michael Kühne, die Signal Iduna Versicherung und das Bauunternehmen Adolf Lupp beteiligt sind. Die Genehmigung wurde ohne förmliches Hauptprüfverfahren innerhalb weniger Wochen erteilt, was die Dringlichkeit und das Interesse an dem Projekt unterstreicht.

Der Elbtower war ursprünglich ein Projekt des ehemaligen Immobilienstars René Benko, der zurzeit im Gefängnis sitzt. Der Bau wurde im Herbst 2023 gestoppt, als die Signa-Holding Insolvenz anmeldete, was zu einem massiven Stillstand in der Bauindustrie führte. Die Insolvenzverbindlichkeiten belaufen sich auf etwa fünf Milliarden Euro, und die Stadt Hamburg plant, in den untersten zwölf Stockwerken des Elbtowers ein Naturkundemuseum einzurichten. Bürgermeister Peter Tschentscher rechnet mit einer Fertigstellung des Elbtowers und dem Einzug des Museums bis Ende 2029.

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Neuer Investor, neue Perspektiven

Die Stadt Hamburg übernimmt fast die Hälfte des Elbtowers für 595 Millionen Euro, was die Bedeutung des Projekts für die Stadt unterstreicht. Ursprünglich sollte der Turm eine Höhe von 245 Metern erreichen, doch aufgrund der aktuellen Gegebenheiten wird die Höhe nun auf 199 Meter reduziert. Dies führt auch zu einem Wegfall von zwölf Büroetagen, wodurch die Nutzfläche von 120.000 auf knapp 100.000 Quadratmeter sinkt. Diese Änderungen wurden von Stararchitekt David Chipperfield genehmigt und könnten dazu beitragen, den Elbtower wieder ins Leben zu rufen.

Die Bauarbeiten waren seit Oktober 2023 eingestellt worden, da die Signa-Holding Rechnungen nicht beglichen hatte. Im Dezember 2024 begann Dieter Becken, mit dem Insolvenzverwalter Torsten Martini über den Kauf des halbfertigen Rohbaus zu verhandeln. Es bleibt abzuwarten, wie die Einigung mit dem Investorenkonsortium, dem Insolvenzverwalter und der Politik den Weiterbau des Elbtowers vorantreiben wird.

Marktentwicklungen und Herausforderungen

Die Situation um den Elbtower steht nicht isoliert da. Im Jahr 2025 sank die Zahl der Großinsolvenzen in der Immobilienbranche um 22 Prozent, besonders im Bau-Segment. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich der Markt bereinigt und schwächere Marktteilnehmer ausscheiden. Dennoch bleibt das Insolvenzrisiko hoch, und der Handlungsdruck auf Unternehmen steigt. Die strukturellen Herausforderungen, wie hohe Baukosten und Fachkräftemangel, stellen die Branche weiterhin vor große Aufgaben.

Für Dirk Roßmann ist die Rolle als Investor beim Elbtower eine neue Herausforderung. Er äußert sich jedoch nicht konkret zu dem Projekt, da noch viele Fragen offen sind. Mit der geplanten Fertigstellung bis Ende 2029 könnte der Elbtower bald ein neues Kapitel in der Hamburger Architekturgeschichte schreiben und sich als Symbol für den Wiederaufbau und die Innovationskraft der Stadt etablieren.