In Hamburg tut sich was in der Sternschanze! Am 20. Februar 2026 erstrahlt der U-Bahn-Tunnel in neuem Glanz – ein Graffiti-Projekt, das die kreativen Geister Europas vereint, wird zum neuen Mittelpunkt der Kunstszene. Das Projekt, das offiziell am 3. Oktober 2025 gestartet wurde, trägt den Namen „Hall of Fame“. Wesentliches Ziel dieser Initiative ist es, talentierten Sprayern eine legale Fläche zu bieten, um ihre kreativen Ideen an die Wand zu bringen. Musik von Größen wie Grandmaster Flash sorgte für die richtige Stimmung, während die Wände sich in ein buntes Kunstwerk verwandelten, das ganz im Zeichen des New Yorker Graffiti-Feeling der 1980er Jahre steht.

Einige Monate nach dem Abschluss des Projekts wird die Sauberkeit des Tunnels regelmäßig geprüft, was zeigt, dass die Idee, Kunst statt Schmiererei zu fördern, offensichtlich fruchtet. Das Projekt entstand als direkte Antwort auf übermäßige Bürgerbeschwerden über Verwahrlosung, Schmierereien und unangenehme Gerüche. Die Anwohner klagten über illegale Graffiti und ein vielschichtiges Stadtbild, sodass die Stadt mit der „Hall of Fame“ eine bunte Lösung fand, die sowohl die Ästhetik des Ortes verbessert als auch den kreativen Ausdruck fördert. Doch was genau steckt hinter der Graffiti-Kultur, die auch dieses Projekt geprägt hat?

Graffiti als kulturelles Phänomen

Graffiti sind nicht einfach nur Schmiererei, sondern ein tief verwurzeltes kulturelles Phänomen. Der Ursprung des Begriffs stammt aus dem Griechischen und bedeutet „schreiben“ oder „zeichnen“. Im 20. Jahrhundert begannen Wanderarbeiter in den USA, Graffitis als Geheimsprache zu nutzen, um Informationen auszutauschen. Die Verbindung zwischen Graffiti und Hip-Hop ist untrennbar: In den 1980er Jahren begannen junge Afroamerikaner in den ärmeren Vierteln von Philadelphia und New York, über ihre Kunst eine Identität auszudrücken.

Was machen Graffiti so einzigartig? Die einfachste Form ist das „Tag“, die schnelle Unterschrift eines Sprayers. Doch es geht weit darüber hinaus: Aufwendige „Masterpieces“ erfordern viel Geschick und Zeit für die Umsetzung. Diese Kunstwerke können politische Botschaften transportieren oder schlichtweg das Bedürfnis abdecken, sich in den städtischen Raum zu verewigen. Oft ist es ein Wettkampf, bei dem Sprayer versuchen, die besten Werke zu kreieren und sich gegenseitig zu übertrumpfen.

Ein Blick in die Zukunft

Obwohl das Projekt „Hall of Fame“ vielversprechend gestartet ist, bleibt abzuwarten, wie sich die kulturelle Wahrnehmung von Graffiti in Hamburg weiter entwickeln wird. Eine klare Trennlinie zwischen Graffiti und Street Art gibt es nicht, und beide Bewegungen haben ihren Platz im Stadtbild gefunden. Dies zeigt auch der hohe wirtschaftliche Schaden, den Graffiti der Deutschen Bahn jährlich bescheren, der bei etwa zwölf Millionen Euro liegt.

Das Projekt hat nicht nur die Wände des U-Bahn-Tunnels in der Sternschanze verziert, sondern auch eine lebendige Diskussion über Kunst und Eigentum entfacht. Das Thema Graffiti polarisiert, es gibt sowohl Befürworter, die die kreative Freiheit feiern, als auch Kritiker, die das Verwüstungs-Argument ins Feld führen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die „Hall of Fame“ als museum-ähnliche Einrichtung auf die Hamburger Kulturszene wirkt und vielleicht sogar als Katalysator für zukünftige Projekte dient.

Wenn ihr die bunten Wände selbst erleben möchtet, schaut vorbei und lasst euch von der Kreativität anstecken! Die „Hall of Fame“ ist nicht nur ein Ort für Graffiti-Künstler, sondern ein lebendiger Teil der städtischen Kultur – ein Zeichen, dass Kunst und Gemeinschaft zusammentreffen können.

Für mehr Informationen über das Graffiti-Projekt in der Sternschanze, könnt ihr folgende Links lesen: Touchyou, NAG Hamburg, und Planet Wissen.