In der Nacht vom 20. auf den 21. Januar 2026 erlebte Hamburg ein faszinierendes Himmelsphänomen: Polarlichter, auch bekannt als Aurora borealis, leuchteten über der Stadt. Verantwortlich dafür war ein starker geomagnetischer Sonnensturm, der laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) die bunten Lichter bis in den Süden Deutschlands sichtbar machte, sogar bis zu den Alpen. Besonders prächtig waren die roten und grünen Flächen in vielen Stadtteilen Hamburgs zu beobachten. Carolin Liefke, die Leiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg, bestätigte, dass das Spektakel in ganz Deutschland zu sehen war.
Die Polarlichter entstehen durch elektrisch geladene Teilchen, die von der Sonne in die Erdatmosphäre geschleudert werden. Diese Teilchen, die bei einer stärkeren Eruption der Sonne erzeugt werden, werden vom Erdmagnetfeld zu den Polen gelenkt, wo sie auf Sauerstoff- und Stickstoffatome treffen und diese zum Leuchten anregen. Die Farben der Lichter hängen von der Höhe und der Art der Moleküle ab, die zum Leuchten gebracht werden. In diesem Fall waren die Bedingungen ideal: der Himmel war klar, und das Lichtspiel konnte in vielen Bezirken Hamburgs bewundert werden.
Ein starkes Naturphänomen
Der geomagnetische Sturm erreichte am Montagabend die zweithöchste Stufe G4, was bedeutet, dass bei dieser Sturmstärke auch Satelliten und GPS-Systeme betroffen sein könnten. Markus Bayer, Meteorologe beim DWD, erklärte, dass die Eruptionswolke der Sonne nur etwa 25 Stunden für den Weg zur Erde benötigte, was als extrem schnell gilt – normalerweise dauert dieser Prozess 3 bis 4 Tage.
In den kommenden Nächten könnten erneut Polarlichter über Hamburg sichtbar sein, was die Möglichkeit bietet, dieses beeindruckende Schauspiel erneut zu erleben. Polarlichter lassen sich besonders gut mit einer Kamera einfangen. Hierbei empfehlen Experten ein Stativ, eine offene Blende und eine Belichtungszeit von bis zu 30 Sekunden, um die Farbenpracht optimal einzufangen.
Wissenschaftliche Einordnung
Polarlichter sind nicht nur ein ästhetisches Erlebnis, sondern auch ein spannendes Thema für Wissenschaftler. Sie zeigen, wie dynamisch und wechselhaft die Sonne ist und welche Auswirkungen ihre Aktivität auf die Erde hat. In Jahren mit starken Sonnenstürmen sind Polarlichter in etwa zehn Nächten über Norddeutschland sichtbar, vorausgesetzt, der Mond ist nicht zu hell und es gibt keine Wolken, die die Sicht verdecken.
Das aktuelle Ereignis erinnert uns daran, wie nah die Sonne und ihre Aktivitäten uns beeinflussen können. Während wir die Lichter bewundern, sollten wir auch die wissenschaftlichen Hintergründe und die damit verbundenen Risiken im Auge behalten. Wer die Polarlichter verpasst hat, sollte nicht verzweifeln – die Natur hält immer wieder Überraschungen für uns bereit. Weitere Informationen finden Sie in den Quellen [Fink Hamburg](https://fink.hamburg/2026/01/polarlichter-leuchten-ueber-hamburg/), [Tagesschau](https://www.tagesschau.de/wissen/weltraum/polarlichter-deutschland-128.html) und [Zeit](https://www.zeit.de/wissen/2026-01/polarlichter-deutschland-wetterdienst-sonnensturm).