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Am Mittwochvormittag wurde das Dampfschiff „St. Georg“ aus dem Osterbekkanal gehoben, um notwendige Reparaturen durchzuführen. Dieses historische Schiff ist das älteste Dampfschiff Deutschlands und ist vor allem für seine gelegentlichen Fahrten auf der Binnenalster bekannt. Es handelt sich um das einzige Schiff des Alsterdampfschifffahrt-Vereins, das eine Fahrgenehmigung für die Alster besitzt. Bei einer kürzlichen Inspektion wurden zwei schadhafte Stellen im Rumpf des Schiffs entdeckt, die sich in der Nähe des Tanks befinden. Da die Alsterwerft an der Jarrestraße nicht verfügbar war, müssen die Reparaturen nun an Land in der Straße Lämmersieth in Barmbek-Nord durchgeführt werden. Die Kosten für die Instandsetzung belaufen sich auf rund 300.000 Euro.

Das Dampfschiff wurde mithilfe zweier großer Kräne aus dem Wasser gehoben, um die beschädigten Platten auszuschweißen. Obwohl bereits Tickets für die geplanten Fahrten im März verkauft wurden, müssen diese aufgrund der Reparaturarbeiten abgesagt werden. Der Verein sieht sich in einem Dilemma, da es an finanziellen Reserven mangelt, um die hohen Kosten zu decken. Die planmäßige Wiederwasserlassung des Schiffs ist für den 23. März vorgesehen.

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Ein Stück Hamburger Geschichte

Die „St. Georg“ wurde im Jahr 1876 von der Hamburger Reiherstiegwerft für die Alsterreederei H.E. Justus gebaut und hat im Laufe der Jahre mehrfach ihren Namen gewechselt. Ursprünglich unter dem Namen „Falke“ in Dienst gestellt, wurde das Schiff 1911 zum Glattdecker umgebaut und erhielt den Namen „Galatea“. 1936 wurde es von der Hochbahn AG in „St. Georg“ umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Alsterschifffahrt eingestellt, und das Schiff wurde nach dem Krieg verkauft und in Berlin zum Motorschiff umgebaut. 1989 rettete der Verein Alsterdampfschifffahrt e.V. die „St. Georg“ vor der Verschrottung und ließ sie restaurieren.

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Seit Sommer 1994 fährt die „St. Georg“ regelmäßig auf der Alster und ist der einzige klassische Alsterdampfer, der mit einem rein dampfbetriebenen Motor ausgestattet ist. Technisch beeindruckt das Schiff mit einer Länge von 20,98 Metern, einer Breite von 4,40 Metern und einer Maschinenleistung von 75 PS. Es gehört weiterhin dem Verein Alsterdampfschifffahrt e.V., der sich um die Instandhaltung und Restaurierung weiterer historischer Schiffe kümmert und die Geschichte der Alsterschifffahrt dokumentiert.

Dampfschiffe in Deutschland und darüber hinaus

Die „St. Georg“ ist ein exemplarisches Beispiel für die Bedeutung von Dampfschiffen in der maritimen Geschichte Deutschlands. Laut einer Liste aktiver Dampfschiffe gibt es in Deutschland derzeit noch elf aktive Raddampfer sowie weitere Schraubendampfer, Dampfschlepper und -eisbrecher. Die Sächsische Dampfschiffahrt gilt als die älteste und größte Flotte der Welt, die historische Raddampfer betreibt. Daneben gibt es in verschiedenen Ländern Dampfschiffe, die sowohl als Museumsschiffe dienen als auch im regulären Betrieb sind.

In Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern sind zahlreiche Dampfschiffe erhalten, die zum Teil restauriert wurden und heute als touristische Attraktionen fungieren. Auch in den USA und Australien sind Dampfschiffe von historischer Bedeutung, die oft als Museumsschiffe oder für touristische Fahrten genutzt werden. Diese Schiffe tragen dazu bei, das maritime Erbe lebendig zu halten und die Geschichte der Schifffahrt zu bewahren.

Für die „St. Georg“ in Hamburg hoffen die Verantwortlichen, dass die Reparaturen zügig abgeschlossen werden können, sodass das Schiff bald wieder auf der Alster fahren kann. Die Geschichte und die technische Einzigartigkeit dieses Dampfers machen ihn zu einem wertvollen Teil des maritimen Kulturerbes Deutschlands.