Neonazi Marco Ackermann: Der gefährliche Schatten in Hamburgs Nachbarschaft

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Neonazi Marco Ackermann in Eimsbüttel geoutet: Einblick in die neonazistische Szene Norddeutschlands und neue rechtsextreme Gruppen.

Neonazi Marco Ackermann in Eimsbüttel geoutet: Einblick in die neonazistische Szene Norddeutschlands und neue rechtsextreme Gruppen.
Neonazi Marco Ackermann in Eimsbüttel geoutet: Einblick in die neonazistische Szene Norddeutschlands und neue rechtsextreme Gruppen.

Neonazi Marco Ackermann: Der gefährliche Schatten in Hamburgs Nachbarschaft

In Hamburg sorgt der Neonazi Marco Ackermann derzeit für Aufsehen, nachdem er in seiner Nachbarschaft geoutet wurde. Der 24-jährige Ackermann ist kein unbeschriebenes Blatt in der rechtsextremen Szene, sondern ein aktives Mitglied der „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der neonazistischen Partei „Die Heimat“. Er ist im JN-Stützpunkt „Nordheide“ organisiert und hat sich durch verschiedene Aktivitäten hervorgetan, die von internen Vorträgen bis hin zu konspirativen Graffiti-Aktionen reichen. Die Indymedia berichtet, dass er auch an neonazistischen Wanderungen und einem Marsch zu Ehren der Wehrmacht in Budapest im Jahr 2023 teilgenommen hat.

Doch das Ausmaß seiner Aktivitäten bleibt nicht unbemerkt. Ackermann nimmt an Kampfsporttrainings teil, um sich auf Auseinandersetzungen mit politischen Gegner*innen vorzubereiten. Ein versuchter Auftritt als Kämpfer auf dem „Fighting for Europe“ Kongress der JN in Eschede im Jahr 2024 verlief ergebnislos, doch er war in Anwesenheit von Neonazi-Gruppen aus ganz Europa vor Ort. Öffentlich zeigt er sich selten, war jedoch einige Male vermummt bei den Corona-Protesten 2022 in Hamburg als Ordner des JN-Blocks aktiv. Zudem ist er stark in der Fanszene des Hamburger SV verankert, wo er mit Gruppen wie „Iron Loyalty“ und „Hamburg Süd“ in Verbindung steht.

Rechtsextremismus im Revival

Die Aktivitäten von Ackermann sind Teil eines größeren, besorgniserregenden Trends in Deutschland. Neue rechtsextreme Gruppierungen wie „Jung und Stark“ und „Der Störtrupp“ haben sich seit Sommer 2024 gebildet und recrutieren auf verschiedenen Plattformen wie WhatsApp und Instagram. Laut einem Bericht des Tagesspiegel zeigten sich diese Gruppen besonders aktiv bei Gegenprotesten zu Pride-Veranstaltungen, wobei gewaltsame Auseinandersetzungen vermehrt zu beobachten sind.

Der Verfassungsschutz warnt vor einem steigenden Gefahrenpotenzial durch diese neuen Gruppen. Insbesondere in Niedersachsen und Bayern liegen den Sicherheitsbehörden Hinweise vor, dass sich die Organisation „Jung und Stark“ als gewaltbereit erweist. Die bereits erhöhte Zahl an rechtsextremistischen Straftaten, die im Jahr 2024 bei 37.835 registriert wurden – ein Anstieg von 47,4 % im Vergleich zum Vorjahr – zeigt, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Ein steiles Ansteigen der Zahlen

Ein Blick auf die Statistiken des Verfassungsschutzes verdeutlicht die brisante Situation: Rund 15.300 Personen sind gewaltorientierten Rechtsextremisten zuzuordnen, was ebenfalls einen Anstieg bedeutet. Die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten ist im vergangenen Jahr um 11,6 % auf 1.281 gestiegen. Besonders erwähnenswert sind die Körperverletzungsdelikte mit fremdenfeindlichem Hintergrund, die um 4,8 % zugenommen haben.

Die rechtsextreme Szene ist also aktiv wie nie zuvor, und neue, regional verankerte Gruppen zeigen sich bereit, mit brutalen Mitteln ihre Ideologien durchzusetzen. Inmitten dieser besorgniserregenden Entwicklung ist das Engagement der Zivilgesellschaft und der Sicherheitsbehörden umso wichtiger, um diesem Aufschwung des Rechtsextremismus Einhalt zu gebieten.

Ackermanns Adresse in der Sillemstraße 48, 20257 Hamburg könnte bald zu einem Schauplatz weiterer Aktivitäten werden, wenn die örtlichen Behörden und die Bevölkerung nicht wachsam bleiben.