Vom 20. April bis 8. Mai 2026 findet in Hamburg-Mitte die Woche des Gedenkens statt. Dieses bedeutende Event umfasst ein vielschichtiges Programm mit Filmvorführungen, Diskussionen, Musik und Bildungsangeboten, die an verschiedenen Orten in Hamburg-Mitte stattfinden. Zu den Höhepunkten gehören Zeitzeugengespräche, Workshops und kulturelle Veranstaltungen, die das Bewusstsein für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus schärfen.
Eine zentrale Veranstaltung ist die Filmvorführung „Storia di Sergio“ am 22. April 2026 um 11.00 Uhr im Metropolis Kino, gefolgt von einem Zeitzeugengespräch mit der Auschwitz-Überlebenden Tatiana Bucci. Am 23. April 2026 um 19.30 Uhr wird im Uebel & Gefährlich an Esther Bejarano erinnert, die sich unermüdlich gegen Antisemitismus engagierte. Weitere Veranstaltungen, wie die Hafenrundfahrt am 26. April zum Thema NS-Zwangsarbeit und Stadtentwicklung, bieten tiefere Einblicke in die Geschichte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart.
Vielfalt der Erinnerungsarbeit
Die Woche des Gedenkens bietet eine Vielzahl an Programmpunkten, darunter Workshops an der Gedenkstätte Bullenhuser Damm vom 28. bis 30. April, die sich mit den Schicksalen der Kinder und den Erinnerungen an diese Zeit auseinandersetzen. Am 3. Mai 2026 wird ein Kinoprogramm zum Jahrestag der Befreiung Hamburgs präsentiert, während am 5. Mai 2026 im FC St. Pauli Museum ein Workshop zu Recherchemethoden zur eigenen Familiengeschichte in der NS-Zeit stattfindet.
Zusätzlich gibt es eine Mitmach-Aktion zur Reinigung von Stolpersteinen, die ein aktives Zeichen des Gedenkens an die Opfer der NS-Verfolgung setzt. Diese Initiative zeigt, wie wichtig es ist, die Erinnerungsarbeit lebendig zu halten und die Geschichte in das Bewusstsein der heutigen Gesellschaft zu integrieren. Weitere Informationen zur Woche des Gedenkens finden Sie auf der Webseite gedenken-hamburg-mitte.de.
Das Bunkermuseum in Hamburg-Hamm
In Hamburg-Hamm befindet sich das einzige unterirdische Bunkermuseum der Stadt, das einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Luftschutzes während des Zweiten Weltkriegs bietet. Der Vier-Röhrenbunker, erbaut in den Jahren 1940/41, ist in einem nachgebauten Ursprungszustand erhalten und vermittelt eindrucksvoll die Lebensrealität der Menschen während dieser schweren Zeiten. Die Ausstellung thematisiert persönliche Erlebnisse von Zeitzeugen der Luftangriffe auf Hamburg-Hamm im Jahr 1943 sowie die Erfahrungen von Bewohnern des Londoner Stadtteils Holborn.
Der Bunker verfügt über eine beeindruckende Struktur, die aus vier Röhren besteht, die jeweils 50 Menschen Platz bieten. Mit einem dickwandigen Betonbau von einem Meter und einer Tiefe von etwa fünf Metern im Erdreich, vermittelt er die Dringlichkeit und Notwendigkeit von Schutzräumen während der Luftangriffe. Neben den Ausstellungsstücken, darunter zahlreiche Dokumente und großformatige historische Fotos, bietet das Museum eine wertvolle Gelegenheit, sich mit der Geschichte und dem Luftschutz auseinanderzusetzen. Weitere Informationen sind auf der Webseite gedenken-hamburg-mitte.de erhältlich.
Ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur
Die Gedenkveranstaltungen in Hamburg sind Teil einer umfassenderen Initiative, die von der Bundesregierung angestoßen wurde. Im November 2025 wurde ein neues Konzept für die Erinnerung an NS-Verbrechen und die SED-Diktatur verabschiedet, das den Fokus auf eine zeitgemäße Erinnerung legt. Dabei wird auch die Rolle der Gedenkstätten als kritische Infrastruktur der Demokratie betont. Angesichts der abnehmenden Zahl von Zeitzeugen wird die Digitalisierung als ein wichtiges Mittel betrachtet, um Erinnerungen lebendig zu halten, beispielsweise durch Hologramme oder digitale Archive.
Das Konzept sieht auch Förderungen für Podcasts und Social-Media-Projekte vor, um die Erinnerungskultur zu bereichern und zu modernisieren. Trotz der Herausforderungen, wie dem Sanierungsbedarf vieler Gedenkstätten, bleibt das Engagement für die Erinnerung an die Vergangenheit und die Lehren daraus ungebrochen. Die Gedenkstätten in Deutschland spielen eine entscheidende Rolle, um das Bewusstsein für die Geschichte zu schärfen und der Verleugnung historischer Fakten entgegenzuwirken. Es ist ein stetiger Prozess, der sowohl die Vergangenheit ehrt als auch die zukünftigen Generationen aufklärt.



