Nach dem jüngsten Auswärtsspiel des FC St. Pauli in Augsburg, das mit einer 1:2-Niederlage endete, kam es zu einem unschönen Vorfall. Wie die Mopo berichtet, war der Mannschaftsbus auf dem Weg zum Flughafen, als er in Bad Windsheim, westlich von Nürnberg, eine untimierte Pause einlegte. Der Fahrer, Sven Mahn, parkte das Fahrzeug gegen 22 Uhr in der Erkenbrechtallee. Am nächsten Morgen entdeckte er, dass unbekannte Täter den Bus mit einem großen „FCN“-Schriftzug beschmiert hatten.

Eine Zeugin beobachtete den Vorfall und alarmierte sofort die Polizei. Allerdings waren die Täter bei deren Eintreffen bereits geflohen. Die Fahndungsmaßnahmen der Inspektion Bad Windsheim verliefen ohne Erfolg, und die Polizei hat nun die Ermittlungen übernommen. Ein Bekannter von Mahn organisierte umgehend Helfer aus Wörth am Main, die den Bus in mehreren Stunden reinigten, sodass dieser beim nächsten Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen wieder in einem sauberen Zustand ins Rennen ging.

Ein erschreckendes Phänomen

Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung im Fußball ein. Laut einem Bericht von Sportschau gibt es zwar eine positive Tendenz, wenn man die allgemeinen Verletztenzahlen im Fußball betrachtet. In der Saison 2024/25 wurden 1.107 Personen bei den Spielen verletzt, was im Vergleich zur Vorsaison einen Rückgang von mehr als 17 Prozent darstellt. Doch trotz dieses Rückgangs bleibt die Frage der Sicherheit im Fußball ein heißes Eisen.

Im selben Zeitraum besuchten 25,26 Millionen Zuschauer die Stadien, was einen Anstieg um 3,87 Prozent bedeutet. Trotzdem müssen die Verantwortlichen weiterhin wachsam bleiben, denn etwa 95 Verletzte wurden durch den Einsatz von Pyrotechnik in der 2024/25-Saison registriert. Die Polizei hat über 4.700 Verfahren eröffnet, ein Rückgang von mehr als 6.000 im Vergleich zur Vorsaison.

Auf der Suche nach Antworten

Der Vorfall mit dem Mannschaftsbus ist nicht nur ein Einzelfall, sondern spiegelt ein größeres Problem im Fußball wider. Der Dachverband der Fanhilfen hat die Darstellung von Gewalt im Fußball als verzerrt und faktisch falsch kritisiert und fordert mehr Fokussierung auf die positiven Aspekte des Fanlebens. Ob und wie die Verbände auf solche Vorfälle reagieren, bleibt abzuwarten.

Berichte über ähnliche Vorfälle häufen sich. So gab es erst vor kurzem einen ähnlichen Fall, bei dem ein Bus des FC St. Pauli ebenfalls mit Graffiti beschmiert wurde. Unbekannte Täter waren damals am 31. Januar 2026 aktiv geworden und hinterließen den Schriftzug „FCN“ auf dem Bus. Auch hier waren die Täter nach Eintreffen der Polizei bereits geflüchtet, was die Ermittlungen erschwerte. Die Kriminalpolizei in Nürnberg hat die Ermittlungen übernommen und bittet Zeugen um Hinweise unter der Nummer 0911 2112 3333, laut t-online.

In der Debatte um die Sicherheit bei Fußballspielen ist klar: Da liegt noch viel an, um die Stadien zu einem Ort des positiven Erlebens zu machen. In Stuttgart, Augsburg oder Hamburg – nirgends darf Gewalt und Vandalismus ein Thema sein.