Am vergangenen Spieltag erlebte der FC St. Pauli nicht nur einen aufregenden Fußballnachmittag, sondern auch eine regelrechte Pyrotechnik-Show, die von den Schiedsrichtern und dem DFB sicher nicht gutgeheißen wurde. Fans der Kölner Mannschaft entfachten sporadisch ein Bengalo, doch die größte Action ging definitiv von der Südkurve der St. Pauli-Ultras aus, wo in mehreren Spielminuten – konkret in der 23., 57., 70. und 90.+2 – jeweils rund ein Dutzend rote Fackeln gezündet wurden. Diese Vorkommnisse könnten für den Verein zu einer saftigen Geldstrafe führen, wie die MOPO berichtet.
Die Strafen für derartige Spielunterbrechungen fallen nicht gerade mild aus. Der DFB betrifft eine Geldbuße von 1.000 Euro pro gezündeter Fackel, während bei abgeschossenen Pyros sogar 3.000 Euro fällig werden. Bei einer Verzögerung des Spielbeginns oder einer Unterbrechung wird es dann noch drastischer. Ab einer Minute Wartezeit erhöht sich die Strafe um 50 Prozent, und ab fünf Minuten kann es gar um 100 Prozent teurer werden. Mit der hohen Anzahl an Bengalos, die in der Südkurve gezündet wurden, könnten die Verantwortlichen des FC St. Pauli mit einer Strafe zwischen 50.000 und 60.000 Euro rechnen.
Strafentabelle im Blick
In der aktuellen Strafentabelle der Bundesliga belegt der 1. FC Köln mit insgesamt 604.000 Euro die zweite Position hinter dem HSV, der mit 634.400 Euro an der Spitze steht. St. Pauli befindet sich mit 147.600 Euro auf Rang neun und muss sich nun auf eine mögliche Erhöhung dieser Summe einstellen, falls die Strafe für die Pyrotechnik in der Südkurve wirklich angewendet wird. Solche hohen Beträge sorgen nicht nur für einen schmerzhaften Loch im Budget, sondern könnten sich auch auf die kommende Saison auswirken.
Die Situation rund um die Pyrotechnik wirft erneut Fragen zur Verantwortung von Fans und Vereinen auf. Während der Verein versuchen kann, den Aufruhr zu disziplinieren und den Spaß am Fußball nicht durch gefährliches Spielverhalten zu vermiesen, bleiben die Emotionen und die Leidenschaft der Fans oft ungebremst. Es bleibt spannend, wie die Entscheidungen des DFB ausfallen werden und ob der FC St. Pauli möglicherweise die ein oder andere kreative Lösung findet, um die finanziellen Folgen abzumildern.