In einem mutigen Schritt hat Christian Dobrick, der U19-Trainer des FC St. Pauli, seine Homosexualität öffentlich gemacht. Er ist mit dieser Offenbarung der erste Trainer eines Bundesligavereins, der sich offiziell zu seiner sexuellen Orientierung bekennt. In einem offenen Gespräch äußert er, dass Schwule im Profifußball oft als „Außerirdische“ betrachtet werden. Dobrick, der seit Sommer 2025 im Nachwuchsbereich von St. Pauli arbeitet und davor für RB Salzburg, TSG Hoffenheim und Holstein Kiel tätig war, reflektiert über die tief verwurzelte Homophobie in der Fußballwelt, die sich über Jahrzehnte entwickelt hat. „Für homosexuelle Spieler und Trainer ist der Druck enorm, ein hetero-normatives Leben zu führen“, betont er, während er sich an die Herausforderungen zurückerinnert, die sein Coming-out mit sich brachte.
Dobrick gesteht, dass er lange unsicher war, wie seine homosexuelle Ausrichtung auf seine Karriere wirken würde. Dieses Versteckspiel, in dem er oft „Wortakrobatik“ und einen „rhetorischen Eiertanz“ aufführen musste, hat ihn viel Kraft gekostet. Inspiriert durch seine Begegnung mit Jürgen Klopp, der ihm geraten hatte, authentisch zu sein, entschloss sich Dobrick, nicht länger in den Schatten zu leben. „Spring ins kalte Wasser und schwimm!“, lautet sein Appell an andere Betroffene.
Unterstützung vom FC St. Pauli
Der FC St. Pauli steht hinter seinem Trainer. Präsident Oke Göttlich hat Dobrick seine persönliche Unterstützung zugesichert. „Wir haben in unserem Sport noch viel Arbeit vor uns, um ein offenes und positives Umfeld zu schaffen“, sagt Göttlich. Während im Frauenfußball die sexuelle Orientierung kaum eine Rolle spielt, gilt Homosexualität im Männerprofifußball weiterhin als Tabuthema. Hier sind die Herausforderungen für die Betroffenen umso größer – bis heute gab es in den höchsten drei deutschen Ligen kein Coming-out eines aktiven Fußballers.
- Dobrick kritisiert den Umgang mit sexueller Orientierung im männlichen Spitzenfußball.
- Er ist ein Vorreiter, der sich für ein offenes Miteinander einsetzt.
- Die Reaktionen aus der Community zeigen, dass der Bedarf an Veränderung groß ist.
Die offene Ansprache von Themen wie Homosexualität im Fußball ist überfällig. Es ist an der Zeit, die „Außerirdischen“ unter uns zu akzeptieren und als Teil der Gemeinschaft zu betrachten. “



