In der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg wurde vor kurzem ein innovatives Ambulantes Neurologisches Therapiezentrum (NTZ) eröffnet. Mit einer Investition von rund 2,8 Millionen Euro aus Eigenmitteln richtet sich das Zentrum an Patientinnen und Patienten, die unter schweren neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose leiden. Ziel ist es, die Kluft zwischen Akutversorgung, stationärer Rehabilitation und langfristiger ambulanter Therapie zu schließen.
Das Konzept des neuen Zentrums kombiniert robotikgestützte Therapien, Virtual-Reality-Anwendungen und interdisziplinäre Strukturen. Diese moderne Herangehensweise wirft strategische Fragen für die Weiterentwicklung ambulanter Rehabilitationsangebote auf, insbesondere in einer Versorgungslandschaft, die durch ein Spannungsfeld zwischen hochstandardisierten stationären Einrichtungen und der oft fragmentierten ambulanten Nachsorge geprägt ist.
Einzigartiges Therapieangebot
Das NTZ bietet ein einzigartiges Therapieangebot in Norddeutschland, möglicherweise sogar bundesweit. Die Therapien finden in spezialisierten „Reha-Labs“ statt, in denen alle therapeutischen Disziplinen gemeinsam arbeiten. Chefarzt Dr. med. Ernst Walther betont die Übertragung stationärer Qualitätsstandards in den ambulanten Bereich, um die Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.
Die Therapiefrequenz im NTZ ist hoch, sodass Patientinnen und Patienten mehrere Stunden Training pro Woche absolvieren können. Zu den spezialisierten Bereichen gehören unter anderem:
- Walk-Lab: robotikgestützte Gangtherapie.
- Arm-Lab: Therapie für die obere Extremität.
- Cogni-Lab: kognitive Therapie mit VR-Technologie.
- Functional Lab: Kraft- und Ausdauertraining.
In Hamburg leben rund 50.000 Menschen mit den Folgen eines Schlaganfalls, was den Bedarf an effektiven Rehabilitationsangeboten weiter unterstreicht. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im NTZ deckt alle relevanten Therapieaspekte ab, um den Patientinnen und Patienten eine umfassende Betreuung zu bieten.
Innovative Technologien in der Rehabilitation
Die Nutzung von Virtual Reality (VR) in der Therapie zeigt vielversprechende Ansätze zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Minderung von Beeinträchtigungen. VR-basierte Interventionen haben sich als effektiv in der Rehabilitation von oberen Extremitäten und Gleichgewicht bei Schlaganfallpatienten erwiesen. Auch bei älteren Erwachsenen und Kindern mit Zerebralparese konnten positive Effekte festgestellt werden. Diese Technologien ermöglichen realistische Erfahrungen, die individuell an die Bedürfnisse der Patienten angepasst werden können.
Eine Studie zeigt, dass personalisierte VR-Systeme effektiver sind als kommerzielle Geräte, die jedoch oft kostengünstiger und zugänglicher sind. Der Grad der Immersion in VR-Systemen spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Rehabilitation. Daher ist es wichtig, diese Technologien in ein interdisziplinäres Therapiekonzept zu integrieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Insgesamt ist das Ambulante Neurologische Therapiezentrum der Asklepios Klinik St. Georg ein wichtiger Schritt in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Durch die Kombination modernster Technologien und interdisziplinärer Ansätze wird eine qualitativ hochwertige, effektive Therapie angeboten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt ist. In einer alternden Gesellschaft, in der die Auswirkungen von zentralen Nervensystemerkrankungen zunehmen werden, ist die Entwicklung solcher Angebote unerlässlich, um den Herausforderungen der Neurologie erfolgreich zu begegnen.
Für weitere Informationen über das Therapiezentrum und die angebotenen Leistungen besuchen Sie bitte die Webseite der Klinik: hcm-magazin.de und presseportal.de.