Heute ist der 20.02.2026 und in Hamburg-Mitte sind rund 1.200 Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen, um gegen die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht zu demonstrieren. Organisiert wurde die Protestaktion vom Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Die Teilnehmer versammelten sich am Hauptbahnhof und machten ihrem Unmut über die neuen Regelungen zur Wehrpflicht Luft. Viele von ihnen befürchten, dass der Wehrdienst bald nicht mehr freiwillig sein könnte, was zu einer weitreichenden Diskussion über die Zukunft der Bundeswehr und die Rechte junger Menschen führt.
Der Anlass für die Demonstration sind die Fragebögen, die seit Mitte Januar an alle 18-Jährigen verschickt werden. Diese enthalten Fragen zur Eignung und Motivation für den Wehrdienst. Während junge Männer verpflichtet sind, darauf zu antworten, können junge Frauen dies freiwillig tun. Insgesamt wurden bundesweit etwa 60.000 Fragebögen versendet, was rund 12.500 Briefe pro Woche entspricht. Ab Juli 2026 wird zudem eine verpflichtende Musterung für alle jungen Männer eingeführt, zunächst für den Jahrgang 2008, die freiwillig dienen möchten. Die Sorgen der Demonstrierenden über die Wiedereinführung der Wehrpflicht sind somit mehr als nachvollziehbar.
Protestkultur und Schülermeinungen
Die Protestaktion in Hamburg war nicht die erste ihrer Art. Bereits Anfang Dezember fanden ähnliche Demonstrationen statt, die von den Organisatoren mit 5.000 Teilnehmern beziffert wurden, während die Polizei von 1.700 sprach. Auf den Plakaten der heutigen Demonstranten waren Slogans wie „Wir sterben nicht in Euren Kriegen“ und „Fuck Wehrpflicht“ zu lesen. Viele junge Menschen drücken damit ihre Ablehnung gegen die militaristische Entwicklung und mögliche zusätzliche Belastungen aus. Adrian Lapidus von der Schüler*innenkammer Hamburg betont die Wichtigkeit weiterer Proteste und drängt darauf, dass das Thema Wehrdienst auch im Unterricht behandelt wird.
Die Schulbehörde hat bereits auf die Proteste reagiert und empfiehlt, das Thema Wehrdienst im Unterricht zu diskutieren. Dennoch gibt es Bedenken, insbesondere bei Lehrerverbänden, die vor unentschuldigten Fehlzeiten warnen, wenn Schüler an den Demos teilnehmen und dabei Klausuren verpassen. Diese rechtlichen Aspekte werfen ein Licht auf die Herausforderungen, vor denen Schülerinnen und Schüler stehen, wenn sie sich politisch engagieren wollen.
Einblicke in die bundesweite Protestbewegung
Der Protest in Hamburg ist Teil einer größeren Bewegung, die in rund 90 Städten in Deutschland zu beobachten ist. Die Debatte über die Wehrpflicht hat im Bundestag bereits zu intensiven Diskussionen geführt und wird durch die ständig steigenden internationalen Spannungen weiter angeheizt. Viele Jugendliche fürchten, dass die Einführung der Wehrpflicht sie unter Druck setzen könnte, während andere, wie Justin Mehling, die Vorteile der Bundeswehr befürworten.
Die aktuelle politische Situation ist also angespannt und zeigt, dass die Meinungen über die Wehrpflicht stark polarisiert sind. Während der Bundestag über die Wiedereinführung der Wehrpflicht berät, bleibt abzuwarten, wie sich die Proteste weiter entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die politische Debatte und die zukünftige Ausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik haben werden. Die Sorgen der Jugendlichen sind dabei ein wichtiges Signal für die Politik, die Bedürfnisse und Ängste der jungen Generation ernst zu nehmen.
Für weitere Informationen und Hintergründe zur Demonstration in Hamburg, können Sie die Berichterstattung auf NDR und n-tv einsehen. Weiterführende Informationen zur politischen Debatte finden Sie auch auf Tagesschau.