Das Pik As in Hamburg-Neustadt hat eine bewegte Geschichte und wird bald in neuer Form zurückkehren. Ende März 2026 öffnet die größte Notunterkunft für obdachlose Männer in Hamburg wieder ihre Türen, nachdem das Gebäude seit Sommer 2023 in der Eiffestraße als Ausweichquartier genutzt wurde. Diese Einrichtung ist nicht nur die älteste ihrer Art in Deutschland, sondern auch ein wichtiger Anlaufpunkt für viele in Not geratene Menschen. NDR berichtet, dass das historische Gebäude in der Neustädter Straße 31 nach umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wiedereröffnet wird.

Ursprünglich wurde das Pik As 1913 eröffnet, um Obdachlosen eine gewisse Ordnung zu bieten. Der Name leitet sich von der früheren Bezeichnung „Lumpenproletariat“ ab. Während der Weltwirtschaftskrise stieg die Zahl der Zuflucht suchenden Männer von weniger als 300 auf über 1.600. In dunklerer Vergangenheit, während der NS-Zeit, erlebte die Einrichtung tragische Schicksale, da viele Bewohner deportiert wurden. Gedenksteine an der Fassade erinnern an diese schrecklichen Ereignisse, und 17 Stolpersteine vor dem Gebäude zeugen von den Opfern dieser Zeit, wie Hamburger-Touri eindrucksvoll darstellt.

Moderne Annehmlichkeiten für Bedürftige

Die Sanierung des Pik As brachte neben der Renovierung auch energetische Modernisierungen mit sich. Zukünftig stehen 330 Plätze in Zwei- und Dreibettzimmern zur Verfügung, wobei einige Zimmer speziell für Obdachlose mit Hunden reserviert sind. Eine besondere Neuerung ist ein zusätzlicher Gebäudeteil, der 33 Lebensplätze für ältere, teilweise pflegebedürftige Obdachlose bieten wird. Diese Lebensplätze ermöglichen es den Bewohnern, in einem eigenen Zimmer zu wohnen und die notwendige Unterstützung zu erhalten. Details zu weiteren Hilfsangeboten sind derzeit noch in Klärung.

Besonders hervorzuheben ist, dass im neuen Pik As eine Schwerpunktpraxis für Suchtberatung eingerichtet wird. Im vergangenen Jahr suchten über 700 Patientinnen und Patienten die derzeitige Praxis in der Eiffestraße auf, und die Nachfrage zeigt, wie dringend solche Angebote benötigt werden. Der Einlass ins Pik As erfolgt ab 17 Uhr, wobei alle Bewohner das Gebäude am Morgen wieder verlassen müssen. Verpflegung wird, wie auch in der Vergangenheit, lediglich von der Hamburger Tafel und dem Förderverein bereitgestellt.

Kritik und Ausblick

Die Planung rund um die Eröffnung der neuen Notunterkunft wird jedoch auch von Kritik begleitet. Die CDU hat bereits Bedenken geäußert, da wenige Wochen vor der Wiedereröffnung noch keine Klarheit über bestimmte Details der Hilfsangebote besteht. Dennoch bleibt zu hoffen, dass die Neugestaltung des Pik As eine wichtige Anlaufstelle für viele Menschen in Hamburg schaffen wird, während die Stadt gleichzeitig daran arbeitet, den Herausforderungen der Obdachlosigkeit aktiv zu begegnen.