Am Abend des 20. Februar 2026 kam es in einem Alten- und Pflegeheim in Hannover zu einem Brand, der für einige der dort lebenden Personen und die Helfer gefährlich wurde. Eine Person musste von der Feuerwehr unter Atemschutz aus ihrem Zimmer gerettet werden und erlitt Brand- sowie Rauchgasverletzungen. Bei den Löschversuchen erlitten zwei Mitarbeiter des Pflegeheims leichte Verletzungen. Der Alarm wurde durch die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst, und die Feuerwehr konnte die Löscharbeiten zügig beenden. Die genaue Ursache des Brandes ist derzeit unbekannt. Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel auf Sat.1 Regional.
Diese Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Pflegeeinrichtungen konfrontiert sind, wenn es um den Brandschutz geht. Jährlich gibt es in Deutschland etwa 50 Brände in Wohn- und Pflegeheimen, wobei im Durchschnitt 150 Verletzte und 20 Todesopfer zu beklagen sind. In Pflegeeinrichtungen sind die Gefahren besonders hoch, da viele Bewohner hilfsbedürftig sind und oft nur wenig Betreuungspersonal zur Verfügung steht. Die Reaktionen auf Gefahren sind häufig unzureichend, was die Situation noch prekärer macht.
Empfehlungen für den Brandschutz in Pflegeeinrichtungen
<pDer Gemeinsame Ausschuss Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung des Deutschen Feuerwehrverbandes und der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes hat eine Fachempfehlung veröffentlicht, die als Leitfaden für Betreiber und Verantwortliche in Pflegeeinrichtungen dient. Diese Fachempfehlung zielt darauf ab, eine Lücke zwischen den bauordnungsrechtlichen Vorschriften und allgemeinen Notfallempfehlungen zu schließen. Pflegekräfte sind oft auf sich allein gestellt, bis die Feuerwehr eintrifft. Daher ist es entscheidend, dass sie rechtzeitig die richtigen Entscheidungen treffen können. Wichtige Themen der Fachempfehlung sind unter anderem die Gefahren von Feuer und Rauch, bauliche Anforderungen und sicherheitstechnische Anlagen sowie Empfehlungen zum Verhalten im Brandfall. Diese sind auf den Webseiten des DFV und der vfdb verfügbar und können heruntergeladen werden (vfdb).
Der Brandschutz in Pflegeeinrichtungen ist eine komplexe Aufgabe, die spezifische Faktoren berücksichtigen muss. Vorbeugung hat oberste Priorität, wobei auch die angemessene Bauweise sowie klare Verantwortlichkeiten eine Rolle spielen. Intensive Schulungen des Personals und die Dokumentation aller Brandschutzmaßnahmen sind unerlässlich. Beispielsweise müssen Fluchtwege zwei unabhängige Ausgänge haben, und alle Flure und Treppen müssen frei von Brandlasten sein.
Herausforderungen und gesetzliche Anforderungen
In Pflegeeinrichtungen gelten besondere gesetzliche Anforderungen, da sie als Sonderbauten angesehen werden. So müssen Decken und Wände feuerbeständig sein, und es sind Brandmeldeanlagen Pflicht, um Brände frühzeitig zu erkennen. Pro Etage sollte mindestens ein Feuerlöscher bereitstehen. Darüber hinaus sind regelmäßige Wartungen und Schulungen notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten. Studien zeigen, dass 70 % der Brandopfer in Pflegeeinrichtungen im Schlaf überrascht werden, was die Notwendigkeit einer effektiven Brandschutzstrategie unterstreicht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sicherheit in Pflegeeinrichtungen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung darstellt. Nur durch sorgfältige Planung, regelmäßige Schulungen und umfassende Informationen können wir das Risiko von Bränden minimieren und die Sicherheit der hilfsbedürftigen Menschen in diesen Einrichtungen gewährleisten. Für weiterführende Informationen und zur Vertiefung des Themas können die Berichte und Empfehlungen auf den entsprechenden Webseiten Kevox eingesehen werden.