In der Hamburger HafenCity gab es am 25. Februar 2026 einen beeindruckenden Spatenstich für die neue Deutschlandzentrale der Mediterranean Shipping Company (MSC). Dieses ehrgeizige Bauprojekt markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung des Hafenareals und unterstreicht die Rolle des Hafens als wirtschaftlicher Motor für die Region. Der siebengeschossige Glasbau, der über 100 Meter lang und gut 20 Meter breit ist, wird direkt am Ericusgraben entstehen, in direkter Nachbarschaft zu den Deichtorhallen und dem Spiegel-Haus. Laut Entwicklungsstadt wird das Gebäude auf etwa 2.600 Quadratmetern errichtet und bietet mehr als 15.000 Quadratmeter Bürofläche, wo rund 700 Mitarbeitende einziehen sollen.
Der Baugrund ist eine Herausforderung: Um das Fundament zu legen, wird ein Teil des Gebäudes auf bis zu 16 Meter langen Pfählen im Wasser errichtet. Um den Baugrund zu sichern, wird eine Spundwand gezogen und das Areal danach aufgeschüttet. Experten des Frankfurter Architekturbüros Wandel Lorch Götze Wach haben für die Gestaltung des Bauwerks ein gutes Händchen bewiesen. Mit modulares Designs und flexiblen Büroflächen, die Konzentrationszonen, Telefonkabinen und informelle Treffpunkte bieten, wird der Arbeitsplatz der Zukunft geschaffen. Öffentlich zugängliche Bereiche, darunter ein Showroom und ein Restaurant, sind ebenfalls in die Planung integriert, um die Verbindung zur Öffentlichkeit zu stärken, wie sowohl NDR als auch die Entwicklungsstadt berichten.
Nachhaltigkeit im Fokus
Besonders hervorzuheben ist das Nachhaltigkeitskonzept des neuen MSC-Gebäudes. Es soll mit einem Massivbausockel aus Recyclingbeton und aufbereiteten Klinkern errichtet werden, um die Umweltbelastungen so gering wie möglich zu halten. Auch die Energieversorgung wird nachhaltig gestaltet: Photovoltaikelemente auf dem Dach sowie eine reversible Wärmepumpe stehen auf der Liste der umweltfreundlichen Anforderungen. MSC strebt sogar eine DGNB-Sonderauszeichnung für ihr Umweltzeichen an, wie auch NDR bestätigt.
Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das vierte Quartal 2028 vorgesehen. Es ist der ambitionierte Plan von MSC, die Kapazitäten am Hafen auszubauen: Im Jahr 2025 wurden bereits 8,3 Millionen Container umgeschlagen – ein Plus von 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklungen haben allerdings auch für Unruhe gesorgt: Gewerkschaften äußerten Bedenken bezüglich der langfristigen Ziele der Reederei und den Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im Hafen. Finanzsenator hat jedoch betont, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens durch die Zusammenarbeit mit MSC gestärkt wird.
Strategische Bedeutung für Hamburg
Der neue Bau fügt sich in die umfassendere Hafenentwicklungsstrategie, die der Hamburger Senat am 13. Juni 2023 beschlossen hat. Der Hafenentwicklungsplan 2040 zielt darauf ab, die Wirtschaftskraft und die Versorgungssicherheit des Hafens nachhaltig zu sichern. In diesem Zusammenhang wird die strategische Bedeutung von MSC, die seit November 2024 49,9 Prozent der Hamburger Hafen und Logistik AG hält, immer deutlicher. In Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg werden mehr als 92 % der Unternehmensanteile gesichert, was den Kurs für eine weitere Stärkung des Standorts Hamburg in der globalen Schifffahrt und Logistik legt, wie die Hamburg Port Authority weiß.