In Hamburg stehen gleich mehrere wichtige gesellschaftliche Themen auf der Agenda. Die Stadtregierung, bestehend aus SPD und Grünen, plant eine Neuregelung, die die Außenwerbung im öffentlichen Raum betrifft. Aktuell laufen die Verträge mit großen Werbefirmen bis Ende 2026 aus, und die Stadt hat die Chance, frischen Wind in die Werbeflächen zu bringen. Rund 2.300 Haltestellen und mehr als 3.000 Werbeflächen warten darauf, neu gestaltet zu werden. Die Initiative „Hamburg werbefrei“ hatte bis Mitte Mai 2025 über 50.000 Unterschriften gesammelt, um die Werbung drastisch zu reduzieren; für einen Volksentscheid reichte das jedoch nicht aus, und sie kündigte ein „juristisches Nachspiel“ an, da ihr rund 15.000 Stimmen fehlen.
Im Rahmen der Neuregelung planen die Initiatoren, ab 2027 insgesamt 600 neue Bushaltestellen mit begrünten Unterständen und Photovoltaik-Ausstattung auszuschmücken. Zudem sollen altersgerechte Sitzplätze geschaffen werden. Besondere Beachtung findet auch das Lichtkonzept im Bezirk Altona, wo an Konzepten zur Lichtreduzierung gearbeitet wird. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert gar ein umfassendes Lichtschutzkonzept für ganz Hamburg, um das nächtliche Stadtbild zu bewahren.
Nicht nur Werbung: Volksentscheide über Klimapolitik und Grundeinkommen
Doch nicht nur die Außenwerbung dominiert die Diskussionen – auch die Klimapolitik ist ein heißes Eisen, insbesondere nach den Volksentscheiden am 12. Oktober 2025. Hier stimmten die Hamburger über die Frage ab, ob die Stadt bereits 2040 klimaneutral werden soll, fünf Jahre früher als gesetzlich geplant. Der sogenannte „Hamburger Zukunftsentscheid“ fordert ambitionierte Maßnahmen wie das frühzeitige Aus für Öl- und Gasheizungen und eine vollständige Elektrifizierung des Verkehrs.
Die politische Landschaft ist gespalten: Während Umwelt- und Sozialverbände diese Initiative unterstützen, warnen Wirtschaftsvertreter vor einem gefährdeten Investitionsklima. Die Stimmen innerhalb der Grünen sind ebenfalls geteilt; die SPD hält das Ziel Jahr 2040 für unrealistisch. Dagegen lehnen die CDU und die AfD den Vorschlag rundum ab. Bei der Abstimmung stimmten 53,1 Prozent der Bürger für die Vorverlegung des Klimaziels auf 2040, was einen klaren Mandat für mehr Nachhaltigkeit signalisiert.
Grundeinkommen-Projekt stößt auf Widerstand
Ein anderer Volksentscheid, der das Projekt „Hamburg testet Grundeinkommen“ betraf, fand hingegen weniger Anklang. 62,6 Prozent der Wähler lehnten die Idee ab, 2.000 Hamburger für drei Jahre mit 1.346 Euro monatlich zu unterstützen. Die Kritiker, vor allem aus wirtschaftsliberalen Kreisen, bezweifelten die Finanzierbarkeit und die Übertragbarkeit der Ergebnisse, obwohl ähnliche Modelle bereits in Finnland und den Niederlanden getestet wurden.
Die Hamburger Regierung sieht sich nun in der Pflicht, das Klimaschutzgesetz anzupassen und die neuen Vorgaben umzusetzen. Es bleibt spannend, ob die Stadt die ambitionierten Klimaziele tatsächlich auf den Weg bringen kann und wie sich die Diskussion um die Werbung weiterentwickeln wird.