Hamburg steht momentan im Zeichen eines großen Bauprojekts, das nicht nur die Skyline der Stadt, sondern auch die wissenschaftliche Landschaft entscheidend beeinflussen könnte. Der Elbtower, der seit Oktober 2023 als Bauruine dasteht, soll laut Planungen des Hamburger Senats zu einem modernen Naturkundemuseum umgebaut werden. Diese Maßnahme würde nicht nur der infrastrukturellen Entwicklung dienen, sondern auch einen kulturellen Gewinn für die Stadt darstellen.

Doch die aktuellen Diskussionen um das ehrgeizige Vorhaben sind alles andere als einfach. Der Senat plant, nahezu die Hälfte des Elbtowers für stolze 595 Millionen Euro aus Steuermitteln zu erwerben, was zu erhitzten Debatten führt. Die CDU-Fraktion in der Bürgerschaft fordert bereits die Offenlegung von Regierungsakten zu diesem Deal, während auch die Linke den Antrag unterstützt. Besonders kritisch wird dabei die Verantwortung des Senats, der diese hohe Summe in einem Projekt investieren möchte, das zunächst ohne öffentliche Zuschüsse finanzierbar sein sollte, beäugt. Der Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) ist in dieser Debatte zentral, da er bereits bei der Nord LB um einen Kredit von 200 Millionen Euro für die Rettung des Elbtowers bat, der jedoch abgelehnt wurde, wie ndr.de berichtet.

Wann die Bauarbeiten nach der Insolvenz des ursprünglichen Investors René Benko und den darauf folgenden Grenzwertüberschreitungen an umliegenden Bahnanlagen fortgesetzt werden können, ist auch ungewiss. Die Bauaufsicht hat klar signalisiert, dass der Elbtower erst nach notwendigen Ausbesserungen weitergebaut werden darf. Dies hat zur Folge, dass die Zeit drängt, um einen zeitgerechten Abschluss des Projekts sicherzustellen.

Der Plan für das Naturkundemuseum

Der Elbtower hat übrigens das Potenzial, die seit 1943 durch die Zerstörung des Naturhistorischen Museums klaffende Lücke in der Hamburger Museumslandschaft zu schließen. Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal geht davon aus, dass das neue Naturkundemuseum bis zu 500.000 Besucher pro Jahr anziehen könnte. Dies wäre nicht nur ein Gewinn für die Hamburger Bürgerinnen und Bürger, sondern auch ein Anziehungspunkt für Touristen. Im Museum soll eine große Dauerausstellung zur Evolution in Deutschland gezeigt werden und es wird eine Vielzahl von Ausstellungsflächen, Laboren und Sammlungsarchiven beherbergen, berichtet mopo.de.

Das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Bereits 2021 wurde ein Staatsvertrag zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen unterzeichnet, der die Realisierung des Naturkundemuseums in Hamburg sichert. Mit etwa 16 Millionen Objekten, von denen 10 Millionen in Hamburg lagern, will das LIB einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft und Bildung leisten. Die Standortsuche für das neue Museum war umfangreich; doch letztendlich fiel die Entscheidung auf den Elbtower, auch weil dieser alle baulichen Anforderungen erfüllt und eine zentrale Lage sowie gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr bietet, erklärt hamburg.de.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass das Projekt Elbtower und das angestrebte Naturkundemuseum in Hamburg vor zahlreichen Herausforderungen stehen. Während die Pläne ambitioniert und zukunftsträchtig erscheinen, sind die finanziellen und baurechtlichen Aspekte kritisch zu beleuchten. Der Senat wird gefordert sein, sowohl die Fortschritte in der Bauarbeiten als auch die Finanzierung transparent zu gestalten, um das Vertrauen der Bürger wiederherzustellen und dieses Projekt zu realisieren.