Die denkmalgeschützten Kaimauern in der Hamburger Speicherstadt stehen vor einer umfassenden Sanierung. Diese beginnt am kommenden Wochenende und wird voraussichtlich zwei Jahre in Anspruch nehmen. Die Kosten für die Sanierung an der Kehrwiederspitze belaufen sich auf 26 Millionen Euro, mit einer Fertigstellung der Arbeiten, die für Anfang 2028 erwartet wird. Die Stadt hat sich bewusst für diese Maßnahme entschieden, um das UNESCO-Welterbe zu erhalten und die Kaimauern, die mittlerweile über 100 Jahre alt sind, instand zu setzen.

Die Sanierung gilt als Jahrhundertaufgabe, da die Kaimauern das Fundament der Speicherstadt bilden und in einem Zustand sind, der umfangreiche Arbeiten erfordert. Insbesondere haben Bakterien die Kiefernholzpfähle, die die Kaimauern stützen, zersetzt. Geplant sind Ersatzneubauten in Form von rückverankerten Bohrpfahlwänden und tief gegründeten Stahlbetonplatten. Die Maßnahme umfasst die Kaimauern zwischen der Niederbaumbrücke West und Ost sowie die Freifläche an der Kehrwiederspitze. Die Arbeiten erfolgen unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben.

Verkehrslenkungen und Umleitungen

Die Sanierungsarbeiten haben auch Auswirkungen auf den Verkehr in der Umgebung. Der Autoverkehr wird über Rödingsmarkt und Willy-Brandt-Straße umgeleitet, während Radfahrer über Kajen und Auf dem Sande geleitet werden. Fußgänger werden um das Baufeld herumgeführt, und die Haltestelle „Am Kaiserkai“ wird temporär nicht von Bussen bedient, einschließlich der Linien 2, 111 und 607. Ein umfassendes Verkehrskonzept wird zudem sicherstellen, dass PKW, Radfahrer, Linien- und Reisebusse sowie Fußgänger sicher durch die Baustelle geleitet werden.

Die Bauarbeiten werden in etwa 15 eng abgestimmten Bauphasen umgesetzt, was aufgrund der begrenzten Flächenverhältnisse zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Dr. Andreas Dressel, der Senator für Finanzen und Bezirke, betont die bautechnischen und wirtschaftlichen Herausforderungen dieser Sanierung, die notwendig ist, um die historische Bedeutung der Speicherstadt zu bewahren.

Langfristige Perspektiven und Kostenentwicklung

Die ursprüngliche Kostenschätzung für die Sanierung der Kaimauern lag bei 250 Millionen Euro, doch mittlerweile beläuft sie sich auf 469 Millionen Euro, was fast eine Verdopplung darstellt. Diese hohen Kosten sind auf die notwendige Erneuerung der Kaimauern zurückzuführen. Aktuell wurde ein Drittel der Kaimauern am Zollkanal saniert, wobei der Zustand vieler Abschnitte so schlecht ist, dass zusätzliche Konstruktionen erforderlich sind.

Insgesamt ist die Sanierung der Kaimauern ein entscheidender Schritt zur Erhaltung eines der bedeutendsten historischen Areale Hamburgs. Die Verkehrsanpassungen, die ab dem 21. Februar 2026 in Kraft treten, sind Teil eines umfassenden Plans, um den 3,2 Millionen jährlichen Besuchern der Elbphilharmonie eine ungehinderte Anreise zu ermöglichen. Weitere Informationen zur Sanierung und den Verkehrsanpassungen sind auf der Homepage des LIG verfügbar.

Für die Stadt ist dies nicht nur eine bauliche Herausforderung, sondern auch eine Chance, die Speicherstadt zukunftssicher zu gestalten. Der Rechnungshof hat bereits auf die unklaren Zuständigkeiten des Hamburger Senats hingewiesen, was seit 2016 zu einem Thema der Diskussion geworden ist. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass der Abschnitt von 240 Metern im Frühjahr 2026 freigegeben werden kann, um die Auswirkungen der Sanierungsarbeiten auf die Anwohner und Besucher zu minimieren.

Für weitere Details zur Sanierung der Kaimauern in der Speicherstadt können Sie die vollständigen Informationen auf den Webseiten des NDR, der Hamburg.de und t-online nachlesen.