Im Herzen der Hamburger HafenCity erhebt sich das beeindruckende Holzhochhaus „Roots“, das mit einer Höhe von 65 Metern nicht nur das höchste Holzhochhaus der Stadt darstellt, sondern auch als Referenzprojekt für urbanen Holzbau in Deutschland gilt. Eröffnet im September 2024, wurde das Gebäude von Garbe Immobilien-Projekte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wildtier Stiftung entwickelt. Der Entwurf stammt vom renommierten Architekturbüro Störmer Murphy and Partners. Auf einem Grundstück von rund 3.200 m² bildet „Roots“ zusammen mit dem geplanten Elbtower den östlichen Abschluss der HafenCity.
Das Hochhaus umfasst insgesamt 181 Wohnungen, verteilt auf 20 Geschosse, von denen 16 in Holzbauweise errichtet wurden. Es bietet 128 Eigentumswohnungen sowie 53 geförderte Mietwohnungen. Die unteren Geschosse dienen der Deutschen Wildtier Stiftung als Büro- und Ausstellungsfläche, inklusive der interaktiven Ausstellung „Botschaft der Wildtiere“, die das Bewusstsein für Naturschutz fördern soll.
Nachhaltigkeit im Fokus
Ein herausragendes Merkmal von „Roots“ ist die Konstruktion als Holz-Beton-Hybrid, die einen Einsatz von etwa 5.500 m³ Konstruktionsholz beinhaltet. Dies trägt nicht nur zur Reduktion des CO₂-Fußabdrucks bei, sondern nutzt Holz auch als langfristige Kohlenstoffsenke. Der Bauprozess war besonders umweltfreundlich; so verursachte der Holzbau weniger Lärmemissionen als herkömmliche Betonbauten. Vorgefertigte Holzbauelemente wurden per Lkw angeliefert und mit einem 80-Meter-Kran montiert, wodurch ein Geschoss in etwa drei Wochen errichtet werden konnte.
Die Fassade des Gebäudes ist mit einer schützenden Glashülle versehen, um das Holz vor Witterungseinflüssen zu schützen. Innen kommen kreislauffähige Materialien zum Einsatz, darunter 126 recycelbare Stahl-Email-Badewannen von Kaldewei. Das Parkraumkonzept des Gebäudes unterstützt ebenfalls die Nachhaltigkeit, indem es flächensparende Parktechnik und ein reduziertes Stellplatzangebot kombiniert. Die Tiefgarage bietet Platz für etwa 100 Stellplätze, darunter 50 in halbautomatischen Parksystemen, die eine Plattformbelastung von maximal 2,6 Tonnen unterstützen.
Ökologische Verantwortung und moderne Architektur
Das „Roots“-Projekt wurde mit dem Ziel entwickelt, ökologische Verantwortung und ästhetische Qualität zu verbinden. Holz hat nicht nur natürliche Dämmeigenschaften, die Energiekosten senken, sondern ist auch biologisch abbaubar und sortenrein recycelbar. Diese Aspekte sind entscheidend für die nachhaltige Transformation der Bauindustrie, da Holz im Vergleich zu Beton 50 bis 80 Prozent weniger CO2 emittieren kann. Die Verwendung von Holz in mehrgeschossigen Gebäuden wird durch moderne Brandschutzkonzepte unterstützt, die es ermöglichen, solche Bauwerke oft ohne Sondergenehmigungen zu errichten.
Die Kombination von Holz mit anderen Materialien wie Glas und Stahl ermöglicht innovative und moderne Designs, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sind. Die schnelle Bauzeit durch Vorfertigung und die reduzierte Wetterabhängigkeit sind weitere Vorteile des Holzbaus. „Roots“ ist nicht nur ein Wohnort, sondern auch ein Lernort, der die Bedeutung des Naturschutzes in den Vordergrund stellt und als architektonisches Wahrzeichen in der HafenCity angesehen wird.
Insgesamt zeigt das Projekt „Roots“ eindrucksvoll, wie Holzbau als aktiver Beitrag zur Klimastrategie und zur Schaffung nachhaltigen Wohnraums fungieren kann. Für weitere Informationen zu diesem spannenden Thema empfehlen wir einen Blick auf die ausführliche Analyse zur Relevanz des Holzbaus für die nachhaltige Transformation der Bauindustrie, die Sie hier finden können.