In Hamburg tut sich aktuell so einiges im Bereich Wohnungsbau. An einem zentralen Standort wie dem Grasbrook, südlich der Hafencity, hat die Stadt die Weichen für eine Wende beim Erbbaurecht gestellt. Auf einer Fläche von 2,53 Hektar im Moldauhafenquartier sollen nun frei finanzierte Wohnungen entstehen, um den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Diese Entscheidung folgt auf die Initiative der Stadt, insgesamt 14,5 Hektar städtische Wohnungsbaugrundstücke zu verkaufen, um die Vermarktung und Umsetzung des geforderten Drittelmixes zu erleichtern. Diese Informationen werden von der iz.de bestätigt.
Doch was bedeutet das für die Stadt und ihre Bürger:innen? Der Senat hat sich dazu entschlossen, von dem in der Verfassung festgelegten Vergabeprozess im Erbbaurecht abzuweichen. Damit möchte man die Vermarktung von Stadtentwicklungsprojekten ankurbeln und die Schaffung von Liquidität für die Erschließung sicherstellen. Diese Maßnahme erfolgt als Reaktion auf die Herausforderungen, die der Wohnungsbau in Hamburg in den letzten Jahren erlebt hat. So zeigte sich nach der Verfassungsänderung, die 2023 in Kraft trat, dass die bisherige Strategie nicht ohne Probleme ist. Infrastruktur- und Erschließungskosten mussten stemmen werden, während gleichzeitig Bedenken hinsichtlich des Drittelmixes aufkamen, der geförderte Mieten, freie Mieten und Eigentumswohnungen umfasst. Dies wird auch von welt.de thematisiert.
Die Auswirkungen auf die Stadtentwicklung
Der Verkauf von bis zu 35 Prozent der Grundstücke in zentralen Entwicklungsgebieten wie der Hafencity, Grasbrook und Wilhelmsburg könnte das Stadtbild nachhaltig verändern. Die Idee dahinter ist die Realisierung von Mietwohnungen auf diesen Flächen, wobei der Rückgriff auf den Kernhaushalt verringert werden soll. Seit der Verfassungsänderung werden jedoch kaum private Investoren zur Vergabe von Grundstücken im Erbbaurecht gewonnen, was die städtische Wohnungsbaugesellschaft Saga in den Vordergrund rückt. Auch hier kritisiert die Opposition die Strategie als riskant und investitionshemmend, was einmal mehr die Notwendigkeit einer Überprüfung der Erbbaurechtsstrategie unterstreicht.
Die Regierungsfraktionen der SPD und Grünen fordern zudem eine Fortführung der sozialen Bodenpolitik, um die positive Flächenbilanz künftig aufrechtzuerhalten. Im Jahr 2024 sollen durch Ankäufe und Vorkaufsrechte mehr Flächen gesichert werden, als verkauft werden. Ein günstiger Erbbauzins von 1,3 Prozent bleibt dabei ebenso im Fokus, um die Bedingungen für Wohnungsbau zu optimieren. Dies wird von gruene-hamburg.de unterstützt.
Die Zukunft des Wohnungsbaus in Hamburg
Ein weiteres wichtiges Element in diesem Prozess ist die zukünftige Einführung eines Hamburg-Standards, der das Bauen günstiger machen soll. Geplant sind große Stadtentwicklungsvorhaben in Wilhelmsburg, Oberbillwerder und Grasbrook, die auf das Wachstum des städtischen Grundbesitzes ausgerichtet sind. Für die ersten Beratungen zu den Anträgen wird der Haushalts- und Stadtentwicklungsausschuss nach den Frühjahrsferien zusammentreffen.
Die gegenwärtige Herausforderung besteht also darin, langfristige Steuerungen mit wirtschaftlicher Machbarkeit zu verbinden. Die Zeit wird zeigen, ob die gewählten Maßnahmen die gewünschte Wirkung entfalten und Hamburg als attraktiven Wohnstandort stärken können.



