Ein neues Opernhaus für Hamburg in der Hafencity soll bald Realität werden. Der Hamburger Senat hat nun die Bürgerschaft um Zustimmung zu einem wichtigen Vertrag mit der Stiftung des milliardenschweren Logistik-Unternehmers Klaus-Michael Kühne gebeten. Laut NDR wird das Parlament dazu aufgerufen, 95 Millionen Euro bereitzustellen, um den Betrieb des künftigen Opernhauses an der Dammtorstraße bis zur Eröffnung zu sichern. Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erklärte, dass die Zustimmung der Bürgerschaft alle wesentlichen Voraussetzungen für dieses ehrgeizige Projekt erfülle.
Die Planungen sehen vor, dass das neue Opernhaus auf dem Baakenhöft entsteht. Die Projektgesellschaft, in der Stiftung, Stadt und die Hamburgische Staatsoper zusammenarbeiten werden, trägt die Verantwortung für den Neubau. Das Budget sieht vor, dass die Stadt Hamburg 147,5 Millionen Euro der Kosten übernimmt, während die Stiftung von Klaus-Michael Kühne, die bis zu 330 Millionen Euro einbringt, die restlichen Ausgaben abdeckt. Nach Fertigstellung wird das Gebäude samt der Anteile der Stiftung als Schenkung an die Stadt übergehen.
Ein „Kraftwerk der Gefühle“
Kultursenator Carsten Brosda bezeichnet das Vorhaben als „Kraftwerk der Gefühle“ und ist optimistisch, dass Budgetüberschreitungen nicht zu Lasten der Bürger gehen werden. Erster Bürgermeister Tschentscher nannte das Projekt einen „Glücksfall für die Stadt und den Steuerzahler“, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Kritiker heben jedoch die Intransparenz des Verfahrens und das Fehlen öffentlicher Diskussionen hervor, was bei der Hamburgischen Architektenkammer auf Unmut stößt.
Die Fertigstellung des neuen Opernhauses ist für 2034 angedacht und soll anmutiger als die Elbphilharmonie sein, ohne jedoch in Konkurrenz zu dieser zu treten. Zurzeit sind fünf Architekturbüros ausgewählt, die Vorschläge für das Design einreichen sollen.
Förderung für kulturelle Infrastruktur
Die Pläne für das neue Opernhaus fallen in einen größeren Kontext der Förderung national bedeutsamer Kultureinrichtungen in Deutschland. Der Bund unterstützt solche Projekte mit dem Förderprogramm „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“ (INK), das bis zu 20 Millionen Euro jährlich bereitstellt, wie auf der Webseite des Bundesministeriums für Kultur und Medien beschrieben ist. Ziel ist es, die kulturelle Infrastruktur zu stärken und gleiche Verhältnisse in den verschiedenen Regionen zu schaffen.
Das neue Opernhaus in Hamburg könnte nicht nur eine Augenweide für die Stadt werden, sondern auch ein Ort der kulturellen Begegnung und ein Zeichen für die Innovationskraft der Hansestadt. Jetzt liegt es an der Bürgerschaft, und die Zustimmung wird mit Spannung erwartet.