In Hamburg-Mitte brodelt es: Eine Petition hat ins Leben gerufen worden, die sich gegen den geplanten Abriss historischer Wohnhäuser richtet. Diese Petition, die an das Bezirksverwaltungsamt und den Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer gerichtet ist, hat bereits zahlreiche Unterstützer*innen gefunden. Laut der Initiative sind die Bewohner*innen dieser Häuser, die zwischen 4 und 87 Jahren alt sind, von einer drohenden Entmietung betroffen. Vermieterin CommerzReal plant, das bestehende Gebäude durch einen Neubau zu ersetzen – und der soll es in sich haben, denn die geplanten Durchschnittsmieten liegen bei saftigen 35€/qm. So wird befürchtet, dass der Abriss bezahlbaren Wohnraum gefährdet und die bestehende Nachbarschaft vor dem Rauswurf steht OpenPetition.

Die gegenwärtige Situation ist komplex: Bereits vor zwei Jahren wurde die Abrissgenehmigung erteilt, doch die Baugenehmigung steht noch aus. Nach den aktuellen Gesetzen ist es erforderlich, dass vor einem Abriss alle notwendigen Genehmigungen eingeholt werden müssen. Dabei spielen städtebauliche, umweltrechtliche und nachbarrechtliche Aspekte eine große Rolle Kanzlei Herfurtner. Die Anwohner befürchten nicht nur, dass ihr bezahlbarer Wohnraum verloren geht, sondern auch, dass Bäume und Grünflächen, die für das Stadtbild wichtig sind, durch das Bauprojekt weichen müssen. Hinzu kommt, dass die Neubauten als klimafeindlich angesehen werden, was im Widerspruch zu den verlautbarten Zielen der Hamburger Stadtregierung steht.

Historische Bedeutung und der aktuelle Zustand

Besonders brisant ist die Tatsache, dass die betroffenen Wohnhäuser seit 1955 bestehen und im Jahr 2000 umfassend saniert wurden. Die historische Bedeutung dieser Gebäude, in denen bis 1972 auch der bekannte Hamburger Politiker Max Brauer wohnte, wird in den Plänen der Vermieterin völlig ignoriert. Die Bewohner*innen sind laut der Petition der Meinung, dass der Abriss nicht notwendig ist: Ein Drittel der Wohnungen steht seit über vier Jahren leer, und Anfragen von interessierten Mietern wurden entgegen genommen. Es bleibt unverständlich, warum hier dennoch die Keule des Abrisses geschwungen werden soll, während die Gebäude nachweislich nicht in einem maroden Zustand sind, sondern gut gepflegt wurden Sigma Abriss.

Die Initiatoren der Petition fordern nun erneut eine Diskussion im Bauausschuss und rufen dazu auf, dass die Abgeordneten in Hamburg-Mitte den Neubau ablehnen. In ihren Augen ist es wichtig, sowohl den Erhalt der Wohnhäuser als auch den Schutz der Bewohner*innen vor einer Entmietung zu sichern. Die Unterschriftensammlung ist dabei ein wesentliches Instrument, um der Stadtverwaltung die Dringlichkeit dieser Anliegen nahezubringen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob der öffentliche Druck ausreicht, um das drohende Unheil abzuwenden.