Nach 124 Jahren: Traditionsgeschäft Lichtenfeld in Hamburg schließt!

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Traditionsladen Lichtenfeld in Hamburg schließt nach 124 Jahren. Andreas Lichtenfeld spricht über die Entscheidung und die Zukunft.

Traditionsladen Lichtenfeld in Hamburg schließt nach 124 Jahren. Andreas Lichtenfeld spricht über die Entscheidung und die Zukunft.
Traditionsladen Lichtenfeld in Hamburg schließt nach 124 Jahren. Andreas Lichtenfeld spricht über die Entscheidung und die Zukunft.

Nach 124 Jahren: Traditionsgeschäft Lichtenfeld in Hamburg schließt!

Nach stolzen 124 Jahren stellt der traditionsreiche Unterhaltungselektronikladen „Lichtenfeld“ in der Mönckebergstraße seine Pforten ein. Gegründet wurde das Geschäft im Jahre 1901 von Johann Lichtenfeld. Seit 1991 ist der Laden in der Hand von Andreas Lichtenfeld, der das Familienunternehmen nun in dritter Generation führt. Die Entscheidung zur Schließung wurde nicht leichtfertig getroffen; nach 50 Jahren aktiver Teilnahme am Geschäft, hat der Inhaber nun seine Beweggründe öffentlich gemacht. „Es ist ein Kapitel, das wir schließen müssen, aber die Erinnerungen und die Liebe zur Musik bleiben“, so der Erbe der traditionsreichen Marke, die für viele Musikliebhaber:innen in Hamburg ein wichtiger Anlaufpunkt war.

Mit „Lichtenfeld“ verlieren die Hamburger nicht nur ein Geschäft, sondern auch einen Ort, an dem hochwertige Unterhaltungselektronik und Expertisen im Bereich Klang und Musik vermittelt wurden. Der Laden galt als unentbehrlich für alle, die das Besondere suchten. Die Schließung ist ein weiterer Beweis dafür, dass selbst alteingesessene Unternehmen vor der Zeit nicht sicher sind, was auch als Schreckensszenario für viele Familienunternehmen gilt.

Familienunternehmen im Fokus

Familienunternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Laut Statista sind rund 91 Prozent aller Unternehmen in Deutschland Familienunternehmen. Diese Unternehmen sind nicht nur häufig klein und mittelständig, sondern besitzen auch bestimmte Werte und Kulturen, die von der Familie geprägt sind. Für die meisten dieser Unternehmen besteht der klare Wille, die Geschäfte an die nächste Generation weiterzugeben. Im Jahr 2017 gab es in Deutschland etwa 2,95 Millionen familienkontrollierte Unternehmen, von denen 2,83 Millionen auch von den Familien geführt wurden. Ein bemerkenswerter Fakt ist, dass 97 Prozent der Unternehmen im Baugewerbe Familienunternehmen sind, während im verarbeitenden Gewerbe der Anteil bei über 50 Prozent liegt.

Andreas Lichtenfeld und sein Geschäft sind Teil dieser Tradition, die in Deutschland ein hohes Ansehen genießt. Doch wie viele andere kämpfen auch sie gegen die Veränderungen des Marktes und die gesellschaftlichen Umwälzungen. „Die Herausforderungen der heutigen Zeit sind nicht zu unterschätzen. Es liegt an uns, dass wir uns anpassen und weiterentwickeln.“, bringt es der Inhaber auf den Punkt.

Ein schwerer Abschied

Der Abschied von „Lichtenfeld“ ist nicht nur für die Familie Lichtenfeld, sondern auch für viele Hamburger eine Herzensangelegenheit. In einer Zeit, in der digitale Formate zunehmend den Markt dominieren, bleibt die Frage, wie viele solcher Traditionsläden wir noch retten können. Nach 124 Jahren wird die Schließung des Geschäfts in der Mönckebergstraße nicht nur eine markante Stelle in der Hamburger Einkaufslandschaft hinterlassen, sondern auch eine brennende Lücke im Herzen der Stadt.

Umso mehr ist es von Bedeutung, die Geschichten und Erinnerungen zu bewahren, die mit „Lichtenfeld“ verbunden sind. Änderungen im Konsumverhalten und technologische Entwicklungen machen die Existenz solcher Unternehmen herausfordernder, was auch die Zukunft der Kundenbeziehungen betrifft. Die Diskussion um den Erhalt von Familienunternehmen wird daher auch weiterhin hoch relevant bleiben.

Für „Lichtenfeld“ bleibt nur der Blick auf die vergangenen Jahre, die nicht nur von Herausforderungen, sondern auch von vielen positiven Erlebnissen geprägt waren. Generell sieht man, dass die Unterstützung lokaler Geschäfte eine wichtige Rolle spielt, um die kulturellen Schätze einer Stadt wie Hamburg zu bewahren. So bleibt zu hoffen, dass auch andere Familienunternehmen den Mut finden, sich den Veränderungen entgegenzustellen und ihre Traditionen lebendig zu halten.