In Hamburg brennt die Vorfreude auf den Jahreswechsel schon jetzt heiß: Oliver Graetzer, seit 13 Jahren Organisator eines der größten Feuerwerksverkäufe der Stadt, hat am Montag um 6 Uhr seine Pforten geöffnet. Vor dem Schützenhaus in Wilstorf warteten viele feuerwerksbegeisterte Menschen bereits seit Stunden, um sich ihre Lieblingsexemplare für den Silvesterabend zu sichern. Anders als in den Vorjahren ist die Nachfrage nach Feuerwerk in diesem Jahr stark angestiegen, was Graetzer laut Bild mit der Diskussion über mögliche Feuerwerksverbote erklärt.
Graetzer hat für den diesjährigen Verkauf gleich zwei 40-Tonner mit etwa 250 verschiedenen Artikeln organisiert. Besonders beliebt sind unter anderem Verbund-Batterien, Raketen und Vulkane, während die Nachfrage nach Böllern eher gering ausfällt. Ein echter Hit ist die „Triple Melody“, die für stolze 449 Euro über die Ladentheke geht und innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war.
Steigende Ausgaben und Tradition
Die Deutschen geben aktuell mehr für Feuerwerk aus: Zum Jahreswechsel 2024/2025 wurden rund 197 Millionen Euro investiert, was einem Anstieg von 10 Prozent entspricht. Graetzer erwartet für dieses Jahr einen durchschnittlichen Einkaufspreis von etwa 150 Euro pro Kunde. Ein besonders eifriger Käufer, Sascha Wiegers, ließ sich seine 13 Batterie-Feuerwerke 1096,85 Euro kosten. Die steigende Nachfrage, so Graetzer, führt auch dazu, dass es heuer 15 Prozent mehr Feuerwerkskörper auf dem Markt gibt. Dies ist nicht zuletzt den Discountern geschuldet, die die Preise in den letzten Jahren gedrückt haben.
Doch nicht alle freuen sich über den knallenden Jahreswechsel. Umweltverbände argumentieren für Feuerwerksverbote und Graetzer äußert Bedenken über den illegalen Markt, der während der Corona-Pandemie in die Höhe geschossen ist. Dort werden oft ungeprüfte und gefährliche Feuerwerkskörper verkauft, was sowohl Risiken für die Käufer als auch für die Allgemeinheit birgt.
Städte im Zeichen des Verbots
Ein Blick auf die aktuellen Regelungen zeigt: In vielen Innenstädten, darunter auch in Hamburg, ist das Abbrennen von Feuerwerk wegen der Brandgefahr eingeschränkt oder gar verboten. Städte wie Tübingen und Stuttgart haben bereits seit einigen Jahren Verbotszonen etabliert und berichten von guten Erfahrungen. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) rechnet mit einem weiteren Anstieg des Umsatzes in der Branche, der im Jahr 2023 bei 180 Millionen Euro lag. Die Zunahme von Verbundfeuerwerken und Feuerwerksbatterien, die mittlerweile 50% des Umsatzes ausmachen, spricht ebenso für den Trend.Tagesschau
Bundesweit gelten strenge Regelungen: Pyrotechnik ist in der Nähe von Krankenhäusern, Kinderheimen und Kirchen verboten und besondere Schutzmaßnahmen sind erforderlich. Die Bürger der größeren Städte sind angehalten, verantwortungsbewusst zu handeln.
Der Knaller zum Jahreswechsel ist also nicht nur ein Fest der Lichter, sondern auch ein heißes Thema, das viele Gemüter bewegt. Ob Brauchtum oder Umweltschutz – beim Feiern gilt es, gut abzuwägen und die Sicherheit im Blick zu behalten.