Lose Plakate in Harburg: Passantin schlägt Alarm – Wer ist zuständig?
Ein Vorfall in Eißendorf: Lose Plakate von Litfaßsäule stellen bei starkem Wind eine Gefahr dar. Kontrolle gefordert!

Lose Plakate in Harburg: Passantin schlägt Alarm – Wer ist zuständig?
Es war Donnerstagmittag, als eine Passantin am Ehestorfer Weg 94 in Harburg auf ein kurioses, aber auch gefährliches Szenario stieß. Um etwa 12:30 Uhr lösten sich mehrere Plakate von einer Litfaßsäule und landeten unsanft auf dem Gehweg. Um gegen die unliebsamen Umstände anzukämpfen, stellte sich die Frau kurzerhand auf das lose Werbematerial, um zu verhindern, dass es vom Wind auf die Fahrbahn geweht wird. Ihr sofortiger Anruf bei der Polizei verlief jedoch frustrierend, da man sich dort nicht für zuständig hielt. Diese Situation wirft ein Licht auf die Gefahren, die von unsachgemäß befestigten Plakaten ausgehen, insbesondere bei kräftigen Windböen.
Vor wenigen Tagen kam es zu einem ähnlichen Vorfall in der Lühmannstraße in Eißendorf. Starke Winde hatten dort Plakate von einer Litfaßsäule gerissen und dabei auch ein geparktes Auto beschädigt. Beide Vorfälle rufen lautstark die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen solcher Werbeflächen in Erinnerung. Denn Litfaßsäulen sind weit mehr als nur einfache Werbeträger; sie sind seit ihrer Erfindung im Jahre 1855 ein fester Bestandteil der Sichtbarkeit im urbanen Raum. Der Berliner Drucker Ernst Litfaß wollte mit seiner Erfindung der Wildplakatierung Einhalt gebieten und dafür sorgte, dass die ersten 100 Säulen in Berlin aufgestellt wurden. Bis Ende 2005 gab es in ganz Deutschland beeindruckende 51.000 von ihnen.
Litfaßsäulen dann und jetzt
Litfaßsäulen sind heute ein beliebtes Medium für Kulturveranstaltungen und lokale Unternehmen, die ihre Events bewerben möchten. Ihre runde Form sorgt dafür, dass die Plakate von allen Seiten gut sichtbar sind. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Werbetreibenden sicher sein können, dass ihre Plakate während des gebuchten Zeitraums nicht überklebt werden, was besonders in den Zeiten des lästigen Wildplakatierens von großer Bedeutung ist. Diese Säulen sind nicht nur eine kostengünstige Werbelösung, sie haben sich im Laufe der Jahre als äußerst zuverlässig erwiesen.
Die Popularität der Litfaßsäulen bleibt ungebrochen, obwohl in Berlin derzeit 2500 teils historische Exemplare aufgrund der Neuausschreibung der Außenwerbung abgebaut werden. Diese Maßnahme betrifft alte Materialien wie asbestbelastete Säulen aus Eternit und Beton. Der Austausch wird jedoch von der Senatsverwaltung begleitet, die bereits neue Genehmigungen für moderne Litfaßsäulen ausgestellt hat. Gleichzeitig erleben die Einnahmen im Bereich Außenwerbung, auch bekannt als OOH (Out of Home), einen Boom.
In Deutschland betrug das Wachstum der Werbeeinnahmen von 2010 bis 2018 über 5%, während die Gesamteinnahmen in dieser Sparte weltweit um 4,1% jährlich zunahmen. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Litfaßsäulen, die einst vor allem für Kriegsdepeschen und Wahlaufrufe genutzt wurden, auch in der heutigen Zeit nach wie vor relevant sind.
Innovationen in der Außenwerbung
Die Zukunft der Litfaßsäulen scheint zudem durch die Digitalisierung vielversprechend. Immer mehr digitale Außenwerbeflächen kommen zum Einsatz, und die Umsätze mit digitalen Formaten wachsen seit 2014 jährlich um beeindruckende 16%. Unternehmen wie Ströer setzen verstärkt auf die Verbindung von traditioneller und digitaler Außenwerbung, um ihren Umsatz nachhaltig zu steigern. Das zeigt sich auch daran, dass die Zahl der Litfaßsäulen in Zukunft wahrscheinlich ansteigen wird, was für ein gutes Händchen im Umgang mit Werbeflächen spricht.
Die Vorfälle in Harburg und Eißendorf sollten somit nicht nur als Einzelfälle betrachtet werden, sondern als wichtiger Hinweis auf die Notwendigkeit, die Sicherheit von Werbeträgern wie Litfaßsäulen regelmäßig zu überprüfen. Schließlich liegt uns allen die Sicherheit auf unseren Straßen am Herzen. Was könnte also besser sein, als dafür zu sorgen, dass die Litfaßsäulen auch in Zukunft sicher und ansprechend für alle Passanten stehen?