In Hamburg breitet sich eine Vielfalt an invasiven Arten aus, die nicht nur die heimische Flora und Fauna bedrohen, sondern auch ökologische Schäden, bauliche Gefahren und gesundheitliche Risiken verursachen. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass insbesondere der Waschbär, die Asiatische Hornisse und die Chinesische Wollhandkrabbe auf dem Vormarsch sind. T-Online berichtet von einem Vorkommen des Waschbären, der einmal fälschlicherweise für eine tote Katze gehalten wurde.

Die Nutria, auch bekannt als südamerikanische Biberratte, hat sich insbesondere in den Gewässern von Bergedorf, Harburg und Wilhelmsburg etabliert. Ursprünglich vor über 100 Jahren aus Südamerika importiert, breitet sie sich, begünstigt durch den Klimawandel, weiter aus. Von April 2024 bis Ende März 2025 wurden bereits 3510 Nutria erlegt, um die drohenden Schäden an Uferböschungen und Kulturpflanzen zu minimieren, so shz.de.

Die perplexe Hornisse

Die Asiatische Hornisse hat seit 2019 ihren Weg nach Hamburg gefunden. Ein erstes Nest wurde sogar in Hamburg-Horn entdeckt, gefolgt von weiteren in Blankenese und Planten un Blomen. Diese Hornisse ist bekannt dafür, Honigbienen zu jagen, was massive Probleme für die lokale Imkerei mit sich bringt. Obwohl ihr Stich nicht gefährlicher ist als der heimischer Hornissen, kann er allergische Reaktionen hervorrufen. Um dem Herr zu werden, werden Nester mit Peilsendern lokalisiert und entfernt. T-Online hebt hervor, dass der Schutz heimischer Arten hohe Priorität hat.

Sehr besorgniserregend ist auch die Chinesische Wollhandkrabbe, die seit dem frühen 20. Jahrhundert in der Elbe nachgewiesen wurde. Diese Art gräbt sich in Uferbereiche ein, wodurch Böschungen und Deichanlagen unterhöhlt werden. Zudem frisst sie Fischlaich und Kleintiere, was die Fischbestände gefährdet. In den letzten Jahren haben sich große Bestände, insbesondere im Raum Geesthacht, gebildet, wo sie wirtschaftlichen Schaden in der Fischerei verursachen.

Informiert bleiben

Der Bereich der invasiven Arten ist umfassend und die EU hat mittlerweile 88 Arten benannt, die schädlich für Lebensräume und Ökosysteme sein können, wovon mindestens 46 in Deutschland wildlebend sind. Es sind kontinuierliche Aufklärungsmaßnahmen und Kontrollen nötig, um die Ausbreitung effizient einzudämmen. So wird auch eine Bürger-Umfrage zur Meldung von Asiatischen Tigermoskitos durchgeführt, die, obgleich noch nicht nachgewiesen, als potentielle Bedrohung gilt. shz.de erläutert, wie wichtig diese Datensammlungen sind, um der Entwicklung entgegenzuwirken.

Invasive Pflanzen, wie das Nadelkraut und der Riesen-Bärenklau, stellen ebenfalls eine Bedrohung dar und können durch gezieltes Ausreißen und Abfischen bekämpft werden. Das Bundesumweltministerium bietet umfassende Informationen zur Bekämpfung und dem Schutz hiesiger Ökosysteme an. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Hamburg weiter entwickeln wird.