Bergedorf trauert um Kultkneipe BeLaMi: Schluss nach 30 Jahren!
Die traditionsreiche Kneipe „BeLaMi“ in Hamburg-Bergedorf hat ihre Pforten geschlossen. Inhaber Uli Hamm gab den Ende der beliebten Einrichtung auf Instagram bekannt und verwies auf die schwierigen Umstände, die zur Schließung führten. Neben der Parkinson-Erkrankung des Wirts, die die Betriebsführung erschwerte, haben auch die drastisch gestiegenen Kosten in der Gastronomie ihren Beitrag geleistet. Die Kneipe, die jahrelang ein beliebter Treffpunkt war, schließt endgültig, und ein weiteres Betreiben als Lokal ist ausgeschlossen. Das 454 Quadratmeter große Grundstück in der Holtenklinker Straße 26 wird nun als „Investment-Chance“ für den Wohnungsbau vermarktet, wobei hochwertige Stadtwohnungen oder ein Mehrfamilienhaus geplant sind. Die Lage in Bergedorf-Süd ist sehr begehrt und wird durch den künftigen ICE-Halt ab 2026 zusätzlich aufgewertet.
Ein Blick auf die Kneipenlandschaft in Deutschland zeigt, dass die Schließung von „BeLaMi“ kein Einzelfall ist. Laut Deutschlandfunk Nova haben rund ein Drittel der Kneipen in den letzten Jahren schließen müssen. Während es 2015 noch über 31.000 Kneipen gab, sind es 2022 nur noch rund 21.000. Viele der Schließungen fanden während der Corona-Pandemie statt. Die anhaltende Inflation belastet sowohl Kneipenbetreiber als auch ihre Gäste, was die Preisgestaltung erschwert. Im Jahr 2024 steigt die Mehrwertsteuer für die Gastronomie wieder auf 19 Prozent, was die Situation weiter verschärfen wird.
Kneipen in der Krise
Besonders gefährdet sind gut laufende Kneipen in begehrten Vierteln, wenn Vermieter ihre Mieten erhöhen oder die Gebäude verkaufen möchten. Die hohen Immobilien- und Mietpreise stellen ein wachsendes Risiko für die Gastronomie dar. Das Schicksal von „BeLaMi“ könnte ein Beispiel dafür sein, wie eng wirtschaftliche Faktoren und persönliche Herausforderungen miteinander verwoben sind. Der Verlust solcher Traditionen bringt nicht nur die Betreiber, sondern auch die Gemeinschaft in Bedrängnis.
Es gibt jedoch auch Konzepte zur Rettung von Kneipen, wie den Ankauf von Gebäuden durch Spenden oder Genossenschaftsanteile. Politische Forderungen von den Betreibern umfassen unter anderem die Einführung einer Mietpreisbremse für Kleingewerbe sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent für Gastronomiebetriebe und die Reduzierung kommunaler Gebühren für Außengastronomie.
Die Schließung von „BeLaMi“ ist nicht nur ein Verlust für die Bergedorfer, sondern wirft auch einen Schatten auf die Zukunft der Gastronomie in der Region. Die Schnelligkeit der Veränderungen in der Vermietungslandschaft und die gesundheitlichen Herausforderungen der Inhaber ziehen eine besorgniserregende Bilanz für viele Kneipen in Hamburg und weit darüber hinaus.
