Absage der DKP-Veranstaltung: Kontroversen um Arnold Schölzel in Bergedorf!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

AG Gedenken in Hamburg-Bergedorf sagt DKP-Veranstaltung mit Arnold Schölzel wegen kontroverser Biografie ab.

AG Gedenken in Hamburg-Bergedorf sagt DKP-Veranstaltung mit Arnold Schölzel wegen kontroverser Biografie ab.
AG Gedenken in Hamburg-Bergedorf sagt DKP-Veranstaltung mit Arnold Schölzel wegen kontroverser Biografie ab.

Absage der DKP-Veranstaltung: Kontroversen um Arnold Schölzel in Bergedorf!

In Hamburg-Bergedorf gibt es derzeit Aufregung rund um eine bevorstehende Veranstaltung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) mit dem ehemaligen Chefredakteur der „jungen Welt“, Arnold Schölzel. Geplant war die Veranstaltung am 27. November im Rahmen der „Woche des Gedenkens“, doch die AG Gedenken des örtlichen Rathausbündnisses gegen Rechtsextremismus hat diese nun abgesagt. Der Grund dafür sind die eindeutigen biographischen Verstrickungen Schölzels, der von 1967 bis 1989 als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit (MfS) in der DDR tätig war, wie junge Welt berichtet.

Schölzel hat in der Vergangenheit nie ein Hehl aus seiner Vergangenheit gemacht und bereut seine Taten nicht, was für die AG Gedenken inakzeptabel ist. Diese Initiative, die sich der Erinnerung an die Opfer des Dritten Reiches verschrieben hat, schloss sich den Argumenten der FDP an, die zuvor eine kleine Anfrage bezüglich der bevorstehenden Veranstaltung gestellt hatte. Die FDP hatte Schölzels Einladung als inakzeptabel betrachtet und kritisierte die DKP, die er als Mitglied repräsentiert, als linksextrem.

Biographische Hintergründe von Arnold Schölzel

Arnold Angelus Schölzel, geboren am 21. Oktober 1947 in Ritterhude, ist nicht nur Journalist, sondern auch ein umstrittener Politiker. Er trat bereits als Jugendlicher in die SPD ein, desertierte jedoch 1967 aus der Bundeswehr und ließ sich in der DDR nieder. Dort arbeitete er als inoffizieller Mitarbeiter des MfS und wurde 1991 wegen seiner IM-Tätigkeit vom Lehrbetrieb suspendiert. Seine Rolle wurde in dem Dokumentationsfilm „Verraten – sechs Freunde und ein Spitzel“ thematisiert. Trotz seiner umstrittenen Vergangenheit zeigt sich Schölzel weiterhin aktiv in der Politik und kandidierte unter anderem für die DKP bei der Europawahl 2019 und der Bundestagswahl 2021.

Die AG Gedenken hat betont, dass sie sich von jeglichem Totalitarismus distanziert und dass alle Mitglieder der Initiative auf dem Boden der Demokratie stehen. Es wurde auch klargestellt, dass man einer Zusammenarbeit mit Referenten, die eine solche Haltung vertreten, nicht zustimmen kann. Schölzel, der derzeit auch Chefredakteur der Monatsschrift „Rotfuchs“ ist, plant, die abgesagte Veranstaltung an einem anderen Ort durchzuführen.

Der Blick zurück und die Fragen der Gegenwart

Die Debatte um die Veranstaltung wirft viele Fragen auf, nicht nur über die Zeit des Kommunismus in der DDR, sondern auch über die aktuellen Herausforderungen im Umgang mit den Themen Rechtsextremismus und Totalitarismus. Der vom Bundestearchiv veröffentlichte Bericht über die Wahrnehmung und Interpretation des Rechtsextremismus in der DDR beleuchtet die tiefen Verbindungen between historische und moderne politische Bewegungen und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Die AG Gedenken und die FDP sehen ihre Entscheidung als notwendigen Schritt in der Verantwortung gegenüber den Opfern der Diktatur. Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten, aber die grundlegenden Fragen über die Rolle der ehemaligen IM und deren heutige politische Aktivitäten bleiben auf der Tagesordnung.