Am kommenden Montag, dem 8. Dezember 2025, wird im Schanzenviertel eine besondere Kundgebung stattfinden, die an die Deportation von nahezu 1.000 jüdischen Frauen, Männern und Kindern aus Hamburg im Jahr 1941 erinnert. Diese Veranstaltung, die um 17 Uhr an der Schanzenstraße, Ecke Lagerstraße beginnt, hat einen ganz besonderen Fokus auf einen bisher unbekannten Deportationsort. Dies berichtet die Eimsbütteler Nachrichten.

Am 6. Dezember 1941 wurden diese Menschen über die Veterinärstation des Schlachthofs am Bahnhof Sternschanze verschleppt und anschließend ins Ghetto nach Riga deportiert. Die Berichte über die Geschehnisse stammen von Fritz Benscher, einem ehemaligen Sargtischler und späteren Schauspieler, der als Zeuge die schrecklichen Ereignisse dokumentierte. Benscher selbst wurde 1943 deportiert.

Erinnerung und Engagement

Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen, Vereinen und der Bezirksversammlung Hamburg-Altona organisiert und richtet sich an alle Interessierten. Die Teilnahme ist kostenfrei, was zeigt, wie wichtig allen Beteiligten die Erinnerung an diese dunkle Zeit der Geschichte ist.

Doch die Problematik der Deportationen ist kein abgeschlossenes Kapitel. Auch in der heutigen Zeit gibt es noch viele Parallelen zu ziehen, wie die jüngsten Ereignisse in den USA zeigen. Dort wurden im März dieses Jahres zahlreiche Menschen von der Immigration and Customs Enforcement (ICE) festgenommen. Diese Prozesse gingen oft schneller vonstatten, als es den Festgenommenen lieb war, und konnten teils weniger als zwei Minuten dauern. Dabei sind über 70 % der Festgenommenen ohne Vorstrafen.

Ein besonders herzzerreißendes Beispiel stammt von einem Mann aus El Salvador, der während seiner Festnahme über seine Sorge um seine drei kleinen Kinder sprach, die bei der Festnahme anwesend waren. Solche Geschichten machen deutlich, dass die Thematik von Deportation und den damit verbundenen Schicksalen auch heute noch relevant und dringlich ist.

Aktuelle Relevanz

Die Kundgebung im Schanzenviertel ist daher mehr als nur ein Rückblick auf die Vergangenheit. Sie bietet einen Raum für Reflexion und dient als Erinnerung daran, wie wichtig es ist, sich für die Menschenrechte einzusetzen. Die Erinnerungen an die Deportationen von damals dürfen nicht in Vergessenheit geraten, während sich ähnliche Problematiken heute überall auf der Welt abspielen.

Erinnern wir uns gemeinsam an die Geschehnisse von 1941. Seien Sie am 8. Dezember dabei und setzen Sie ein Zeichen gegen das Vergessen. Erinnerungsarbeit ist nicht nur eine Pflicht der Vergangenheit, sondern auch ein Auftrag für die Zukunft.