Heute ist der 14.02.2026, und die Hamburger Innenstadt steht im Zeichen mehrerer Demonstrationen, die für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgen werden. Unter den verschiedenen Veranstaltungen sticht die PRÜF-Demo hervor, die um 14 Uhr auf dem Rathausmarkt beginnen wird. Die Initiative „Prüf“ organisiert diese Demonstration, die sich für die Überprüfung von als rechtsextrem eingestuften Parteien durch das Bundesverfassungsgericht einsetzt. Erwartet werden etwa 6.000 Teilnehmer, die nach der Kundgebung durch die Innenstadt ziehen werden. Die Polizei empfiehlt den Bürgern, die Innenstadt großräumig zu umfahren, um Staus zu vermeiden.
Eine weitere bemerkenswerte Veranstaltung ist die Tanzdemo gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, die um 11 Uhr am Gänsemarkt beginnt und über den Jungfernstieg sowie die Bergstraße bis zur Mönckebergstraße führt. Diese Demo ist Teil einer weltweiten Aktion, die am 13. Februar 2026 stattfand, und in Hamburg sowie Bremerhaven wird ebenfalls getanzt. Es handelt sich hierbei um die Tanzdemos „One Billion Rising“, die in mehr als 140 Orten in Deutschland stattfinden, um auf die Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen.
Tanzdemos und ihre weltweite Dimension
Die Tanzdemos „One Billion Rising“ wurden ins Leben gerufen, um die alarmierenden Statistiken zur Gewalt gegen Frauen zu thematisieren. Laut einer Kriminalitätsstatistik gab es 2024 in Schleswig-Holstein über 6.200 dokumentierte Fälle von Partnerschaftsgewalt, was einem Anstieg von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die meisten Opfer sind Frauen, was die Bedeutung solcher Veranstaltungen unterstreicht. Laura Llopart, Organisatorin eines Flashmobs in Lübeck, hebt die globale Dimension der Gewalt gegen Frauen hervor und lädt die Teilnehmer ein, eigene Tanzvideos zum Kampagnen-Song „Women on fire“ einzusenden.
Insgesamt sind die Tanzdemos eine Ausdrucksform, die nicht nur in Deutschland, sondern weltweit eine Stimme gegen Gewalt an Frauen erhebt. Rund 30 Orte in den nördlichen Bundesländern, darunter Schwerin, Wismar und Neubrandenburg, sind an dieser Aktion beteiligt. Die Flashmobs finden seit 2012 jährlich am Valentinstag statt und basieren auf einer UN-Statistik, die besagt, dass jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.
Die alarmierenden Zahlen im Kontext
Die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen sind erschreckend. Laut den veröffentlichten Bundeslagebildern für das Jahr 2024 gab es 53.451 weibliche Opfer von Sexualdelikten, ein Anstieg von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Knapp die Hälfte der Opfer war zum Tatzeitpunkt minderjährig. Zudem wurden 308 Mädchen und Frauen getötet, und 859 Frauen und Mädchen waren Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Gewalterfahrungen nicht angezeigt werden, was die Notwendigkeit solcher Demos umso dringlicher macht.
Die PRÜF-Demo und die Tanzdemo gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sind somit nicht nur lokale Ereignisse, sondern Teil einer breiteren gesellschaftlichen Bewegung, die auf die Missstände aufmerksam macht und für Veränderung kämpft. In einem Kontext, in dem die Statistiken zu häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt einen Höchststand erreichen, ist es entscheidend, dass diese Themen in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
Für weitere Informationen über die Demonstrationen und die Hintergründe können Sie die Artikel auf NDR und Tagesschau sowie die Berichte über die statistischen Erhebungen auf der Webseite des BMBF nachlesen.