Skandal um Ex-St. Pauli-Keeper Pliquett: Gericht stellt Verfahren ein!
Ehemaliger St. Pauli-Torwart Benedikt Pliquett steht in Altona wegen versuchter Körperverletzung und Nötigung vor Gericht.

Skandal um Ex-St. Pauli-Keeper Pliquett: Gericht stellt Verfahren ein!
Vor dem Amtsgericht Altona wurde das Verfahren gegen Benedikt Pliquett, einen ehemaligen Torwart des FC St. Pauli, eingestellt. Pliquett, der sich aufgrund eines Vorfalls vom 13. September 2023 wegen versuchter Körperverletzung und Nötigung verantworten musste, stand in der Kritik, nachdem er seine geschiedene Frau und ihren Freund in einem Auto überrascht hatte. Dabei soll er, so berichten mehrere Quellen, gewaltsam eingegriffen haben.
Der Vorfall ereignete sich am Hemmingstedter Weg in Groß Flottbek, als Pliquett seine Frau mit einem anderen Mann im Auto traf. Der Anschuldigung zufolge öffnete er die Tür des Wagens, schimpfte mit dem Beifahrer und versuchte, ihn zu schlagen, traf aber sein Ziel nicht. Zudem soll Pliquett seine Frau aus dem Auto gedrängt haben, wobei sie zu Boden fiel. Anschließend nahm er den Autoschlüssel und die Handtasche seiner Frau an sich und fuhr davon. Laut ihrer Aussage alarmierte die Frau die Polizei und gab den Beamten Pliquetts Handynummer, nachdem er zurückkehrte und die besagte Tasche sowie den Schlüssel zurückgab.
Urteil und Folgen
Der Richter stellte das Verfahren mangels ausreichender Beweise ein. Pliquett, der als Derby-Held des FC St. Pauli gilt und 2004 bis 2013 über 100 Spiele für die Mannschaft absolvierte, muss jedoch eine Zahlung von 1500 Euro an eine gemeinnützige Organisation leisten, nachdem ihm ein Strafbefehl über 80 Tagessätze zu je 1000 Euro drohte. Trotz dieses Strafbefehls hatte er Widerspruch eingelegt, da er die Vorwürfe nicht akzeptierte. Begleitet wurde er während des Verfahrens von seinem Verteidiger Christopher Posch.
Die öffentliche Aufmerksamkeit war auf diesen Fall gerichtet, besonders aufgrund von Pliquetts vorheriger Karriere und seinem Engagement in der Gastronomie. Neben seiner Fußballkarriere betreibt er mehrere Sex-Shops sowie eine Kneipe namens „Alkotheke“ in St. Pauli. Über die Jahre sorgte er auch für Schlagzeilen, etwa als er während der Corona-Pandemie eine Teststation in seiner Kneipe eröffnete.
Gesellschaftlicher Kontext
Der Fall Pliquett reiht sich ein in einen besorgniserregenden Trend, denn die Gewaltkriminalität in Deutschland ist wieder im Anstieg. Im Jahr 2024 wurden rund 217.000 Gewalttaten registriert, was die höchste Zahl seit 2007 darstellt. Trotz dieser alarmierenden Zahlen machen Gewaltdelikte weniger als 4% aller polizeilich erfassten Straftaten aus, aber sie tragen erheblich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei. Laut den neuesten Statistiken sind wirtschaftliche Unsicherheiten und soziale Belastungen mögliche Gründe für den Anstieg der Gewaltverbrechen.
Die Debatte über die Ursachen und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Gewalt wird in diesen Tagen besonders laut geführt. Mit einer Umfrage, die ergab, dass 94% der Deutschen Gewalt und Aggression gegen Polizei und Rettungsdienste als ein großes Problem ansehen, zeigt sich, dass die Bürger ein wachsendes Bewusstsein für diese Thematik entwickeln.
Pliquett, dessen Aktivitäten in der Öffentlichkeit genau beobachtet werden, wird sich fragen müssen, wie es in Zukunft weitergeht. Ob er im Fußball oder in seinem Geschäftsfeld weiterhin erfolgreich sein kann, bleibt abzuwarten, doch das Geschehen um ihn wirft einen langen Schatten auf seine bisherigen Erfolge.
Mehr Informationen zu diesem Fall finden Sie hier: Bild, MOPO und Statista.