Ottensen wird autofrei: Umbau für mehr Lebensqualität startet 2026!
Der Umbau in Ottensen startet im Frühjahr 2026, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren und Platz für Radfahrer zu schaffen.

Ottensen wird autofrei: Umbau für mehr Lebensqualität startet 2026!
Im Hamburger Stadtteil Ottensen tut sich einiges: Ab dem Frühjahr 2026 wird die Verkehrsberuhigung in diesem beliebten Viertel in Angriff genommen. Der umfassende Umbau von drei zentralen Straßen, darunter die Bahrenfelder Straße und die Ottenser Hauptstraße, soll zwei Jahre in Anspruch nehmen und verfolgt das Ziel, ein autoarmes Ottensen zu schaffen, das mehr Lebensqualität für Radfahrer und Fußgänger bietet. Verkehrsbelastungen, die den charmanten Stadtteil mit seinen zahlreichen Restaurants und Geschäften beeinträchtigen, sollen durch diesen Umbau vermindert werden, wie NDR berichtet.
Bezirksamtsleiter Sebastian Kloth von den Grünen zeigt sich optimistisch und hebt den erzielten Kompromiss hervor, der lange Diskussionen und Planungsprozesse überwunden hat. Trotz der Herausforderungen, die als zeitraubend und kostspielig beschrieben werden, werden die Maßnahmen vor der offiziellen Umsetzung in einem Verkehrsversuch getestet, der bereits 2025 starten soll. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf mindestens sieben Millionen Euro, wovon der Bund mit 2,7 Millionen Euro zur Kasse beitragen wird.
Maßnahmen und Ziele
Das Verkehrskonzept „freiRaum Ottensen“ sieht eine Reihe von innovativen Änderungen vor, die dem nichtmotorisierten Verkehr Priorität einräumen. Neue Parkregelungen und die Unterbindung des Kfz-Durchgangsverkehrs sind zentrale Aspekte. Lösungen für den Lieferverkehr müssen ebenfalls in die Planung einfließen, denn wie für viele Stadtteile ist auch für Ottensen der Kompromiss zwischen urbanem Leben und notwendiger Logistik eine Herausforderung.
Im Rahmen eines Pilotprojekts, das von September 2019 bis Februar 2020 lief, konnten bereits erste Erfahrungen gesammelt werden. Die positiven Ergebnisse motivierten die Bezirksversammlung Altona, die Maßnahmen offiziell weiterzuführen. Dazu gehören unter anderem die zeitliche Begrenzung des Kfz-Verkehrs in Teilen der Straßen und der Wegfall von Parkmöglichkeiten in bestimmten Zonen. Besondere Aufmerksamkeit wird den neuen politisch gesteuerten Modalfiltern gewidmet, die den PKW-Verkehr in sensiblen Bereichen signifikant reduzieren sollen.
Eine Vision für die Zukunft
Der Umbau in Ottensen ist Teil einer breiteren Mobilitätswende, die Städte und Kommunen in Deutschland vorantreiben. Ziel ist es, alternative Verkehrsmittel wie Fahrräder und den öffentlichen Nahverkehr zu fördern und damit den motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen. Die Mobilitätswende, die auch von BMDV unterstützt wird, betont die Bedeutung von Infrastruktur für kurze Wege, wodurch sowohl der Fußgänger- als auch Radverkehr gestärkt werden sollen.
Besonders interessant ist, dass die derzeitige Planung auf den Ergebnissen des Pilotprojekts basiert, die wiederum für andere Stadtteile Hamburgs als Modell dienen sollten. Bisher hat jedoch kein anderer Stadtteil die Ideen von Ottensen nachgeahmt. Dies könnte sich mit den Fortschritten im Projekt „freiRaum Ottensen“ ändern, das neben der Verkehrsberuhigung auch eine Aufwertung des Alma-Wartenberg-Platzes und des Spritzenplatzes vorsieht, alles mit dem Ziel, ein lebenswertes, klimafreundliches Quartier zu schaffen.
Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich auf eine lebendige Diskussion in den kommenden Jahren einstellen, denn Veränderungen machen das Leben in Ottensen noch angenehmer und sicherer für alle!