Im kommenden Monat wird im Metropolis Kino Hamburg ein ganz besonderer Dokumentarfilm gezeigt, der das schwierige Thema Tod auf eine direkte und ungeschönte Art behandelt. In Zusammenarbeit mit den Sinus Hospizen Othmarschen und Barmbek präsentieren die Veranstalter „Der Tod ist ein Arschloch“, ein Film, der den Zuschauer auf eine emotionale Reise durch die Welt des Abschiednehmens mitnimmt. Der Dokumentarfilm gibt einen tiefen Einblick in die Arbeit eines Berliner Bestattungsinstituts, angeführt von dem Bestatter Eric Wrede, und bietet eindrucksvolle Einblicke in Krematorien und persönliche Gespräche mit Angehörigen. Kloenschnack berichtet, dass …
Das Besondere an diesem Film ist nicht nur der unverblümte Umgang mit dem Thema Tod, sondern auch die Möglichkeit für die Zuschauer, nach der Vorführung mit Regisseur Michael Schwarz und Produzent Alexander Griesser über das Gesehene ins Gespräch zu kommen – letzterer wird via Zoom zugeschaltet. Matthias Bähr, Geschäftsführer des Hospiz Sinus Othmarschen, hebt hervor, wie wichtig es ist, offen über das Lebensende zu sprechen und das Tabuthema Tod weiter ins Licht zu rücken.
Eine Ode an das Leben
Der Film wird nicht zuletzt als eine lebensbejahende Hommage an das Leben angesehen. Er thematisiert, wie der Tod Teil unserer Realität ist und damit einhergehend auch, wie wir mit Abschied, Schmerz und Erinnerung umgehen. Die Intention der Macher ist es, nicht nur die Trauer und den Verlust sichtbar zu machen, sondern auch das Leben zu feiern und Perspektiven der Hoffnung zu zeigen. Wie wichtig solche Projekte sind, zeigen auch zahlreiche andere Filme, die sich mit dem Thema Hospizarbeit und Sterbebegleitung befassen. Eine umfassende Liste gibt es unter Hospiz Langenhagen, wo unter anderem Filme wie „Wie wollen wir sterben?“ und „Die letzten guten Tage – Wie Palliativärzt*innen helfen“ vorgestellt werden.
Eine solche mediale Auseinandersetzung ist nicht nur amüsant, sondern auch notwendig, um ein besseres Verständnis für die Herausforderungen und Freuden in der hospizlichen Begleitung zu schaffen.
Einblicke in die persönliche Reise
Eindrucksvoll wird die Thematik auch im persönlichen Bereich beleuchtet, wie etwa in der Geschichte von Dorothe Münz, die ihre 92-jährige demente Mutter pflegt. Trotz der jahrzehntelangen Vorbereitung wird sie vom Tod ihrer Mutter überrascht. Dorothe hat sich daraufhin dazu entschieden, eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin zu machen. Ihre Motivation entspringt aus der berührenden Erfahrung des plötzlichen Todes ihres gehörlosen Bruders vor neun Jahren, bei dem die Familie auf massive Informationsprobleme hinsichtlich der palliativen Versorgung stieß. Ihre Erlebnisse und die spezifischen Bedürfnisse von Gehörlosen in der Sterbephase zeigen, wie individualisiert und personalisiert Hospizarbeit sein muss, um wirklich zu helfen. Weitere Einblicke erhalten wir durch Berichte, wie sie beispielsweise aus der ARD Mediathek stammen.
Dennoch bleibt, was auch klar wird: Der Tod und der Umgang damit sind Teil unseres Lebens und genau darin liegt die Herausforderung und Chance, nicht nur zu trauern, sondern auch zu feiern. Der Dokumentarfilm im Metropolis Kino bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich mit diesem oft vermeidlich nebensächlichen Thema zu beschäftigen und damit den eigenen Horizont zu erweitern.
Denn wie Matthias Bähr schon sagte, es gibt viel zu gewinnen, wenn man offen über das Lebensende spricht.