In Othmarschen hat sich ein neuer Trend etabliert, der die Freizeitgestaltung bereichert: Das Messerwerfen. Der beliebte Ort „Woodcutter“, der bereits für sein Axtwerfen bekannt ist, bietet seit einem halben Jahr auch die Möglichkeit, mit Messern zu werfen. Diese Sportart zieht immer mehr Menschen an, die nach einer spannenden Alternative zum Feierabendbier suchen. Um ein Messer zu werfen, sollte der Griff locker zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten werden, während das Handgelenk angewinkelt wird. Die Anlage ist mit Drahtkäfigen ausgestattet, die massive hölzerne Zielscheiben beinhalten, und Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen, um Unfälle zu vermeiden. Zoe Loose, die Standortleiterin, hebt hervor, dass in den letzten zwei Jahren keine Verletzungen gemeldet wurden. Die Anleitung zum Messerwerfen ist einfach, erfordert jedoch Geschick.
Regeln und Disziplinen
Die Regeln für das Messerwerfen sind nicht nur in Othmarschen relevant, sondern auch auf europäischer Ebene standardisiert. Diese Regeln ermöglichen eine internationale Vergleichbarkeit der Ergebnisse und wurden im Chomutov-Agreement am 20. September 2008 festgelegt. Die Zielscheibe hat einen Durchmesser von 50 cm und ist in fünf Ringe unterteilt: ein schwarzer Ring mit 10 cm, ein weißer mit 20 cm, ein roter mit 30 cm, ein weiterer weißer mit 40 cm und ein roter mit 50 cm. Die Punktevergabe erfolgt nach dem Prinzip: Zentrum = 5 Punkte, Ringe = 4/3/2/1 Punkte. Die Höhe der Ziele liegt zwischen 1,30 m und 1,60 m.
Zu den Standard-Disziplinen des Messerwerfens zählen das Walk-back Präzisionswerfen und das große Distanzwerfen. Im Walk-back Präzisionswerfen müssen die Werfer Entfernungen von 3 bis 7 Metern meistern, während im großen Distanzwerfen ein Ziel mit einem Durchmesser von 1 m aus mindestens 4 m Entfernung angestrebt wird. Ein Schiedsrichter wertet die Wurfgeräte und die Wurfplatzierung. Bei Messern muss die Klingenspitze im Ziel stecken, bei Äxten die Schneide.
Historischer Kontext
Messerwerfen und Axtwerfen haben eine lange Geschichte, die bis in die Zeit der merowingischen Franken im 5. und 6. Jahrhundert zurückreicht. Diese Waffen wurden ursprünglich als Kriegswerkzeuge eingesetzt, und es ist unklar, wann sie ihren Weg in den Sport fanden. Historisch gesehen war das Wurfbeil eine kostbare Waffe, die erst mit der Entdeckung von Metall haltbarer gemacht werden konnte. Der heutige Sport des Axtwerfens hat seine Wurzeln in den Traditionen skandinavischer und nordamerikanischer Holzfäller, die während ihrer Arbeit Zeit fanden, mit ihren Äxten um die Wette zu werfen.
In Deutschland und anderen europäischen Ländern gewinnt das Axt- und Beilwerfen an Popularität. Die Beilwerfer und Messerwerfer sind im Eurothrowers organisiert, und es gibt verschiedene Wettbewerbe, die oft auf schwedischen Regeln basieren. In Othmarschen ist das Messerwerfen nicht nur ein aufregendes Freizeitvergnügen, sondern auch Teil einer wachsenden Bewegung, die traditionelle Sportarten wieder zum Leben erweckt und Menschen zusammenbringt.