Am 17. Januar 2026 fand im Volksparkstadion ein spannendes Fußballspiel zwischen dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach statt. Doch nicht nur die Begegnung sorgte für Aufregung, sondern auch das Umfeld. Bereits im Vorfeld hatte die Bundespolizeiinspektion Hamburg ein feindschaftliches Fanverhältnis zwischen den beiden Fangruppen festgestellt und setzte daher rund 120 Einsatzkräfte in Bewegung, um ein mögliches Aufeinandertreffen der Fans zu verhindern. Verstärkt wurde das Aufgebot durch Kräfte der Bundesbereitschaftspolizei. Über 57.000 Zuschauer strömten ins Stadion, dabei zählten allein über 25.000 HSV-Anhänger, die größtenteils mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten, insbesondere über die S-Bahnhöfe Stellingen, Othmarschen und Eidelstedt.

Für die etwa 520 Mönchengladbach-Fans, die ebenfalls mit der Bahn nach Hamburg kamen, lagen die Dinge etwas komplizierter. Aufgrund der Bewertung als Risikofans wurden etwa 320 von ihnen, darunter rund 250 Risikofans, ab Bahnhof Harburg unter bundespolizeilicher Begleitung mit einem Fernverkehrszug bis nach Altona transportiert. Von dort ging es per Sonder-S-Bahn zum S-Bahnhof Othmarschen. Die Rückfahrt nach dem Spiel wurde ebenfalls streng überwacht, mit einem ähnlichen Ablauf: Die Mönchengladbach-Anhänger kehrten unter Aufsicht zur Station Altona zurück und reisten schließlich mit einem Fernverkehrszug in Richtung Heimat. Laut news.de wurden insgesamt fünf Strafverfahren mit Fußballbezug eingeleitet, was die erfolgreiche Umsetzung des taktischen Sicherheitskonzepts der Bundespolizei unterstreicht.

Polizeikosten und Hochrisikospiele

In der aktuellen Diskussion um die Verantwortung für Polizeikosten nimmt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts neues Gewicht an. Nach diesem richtungsweisenden Beschluss müssen Bundesligaklubs in Zukunft die Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen selbst tragen. Bislang war lediglich Werder Bremen von dieser Regelung betroffen, jedoch könnte dies bald für andere Vereine ebenfalls zur Realität werden. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) steht vor der Herausforderung, sich auf zusätzliche Ausgaben einzustellen, insbesondere wenn gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen zu einem erhöhten Polizeieinsatz führen, wie tagesschau.de berichtet.

Der lange Rechtsstreit um die Kostenübernahme, der mehr als zehn Jahre dauerte, ergibt sich aus einem Gesetz in Bremen, das die DFL ins Schwitzen brachte. Eine solidarische Lösung zur Kostenverteilung wird von der Liga abgelehnt, obwohl die Argumentation der DFL, dass die öffentliche Sicherheit in den Händen des Staates liegen sollte, nicht vollumfänglich überzeugt. Nun bleiben die Klubs gefordert, sich aktiv an der Finanzierung von Polizeieinsätzen zu beteiligen, was vor allem in Ländern wie Rheinland-Pfalz und Hamburg bereits in der Diskussion steht.

Beobachtet man die Entwicklungen rund um Fußballspiele in Deutschland, wird schnell klar: Der Umgang mit Hochrisikospielen und den damit verbundenen Kosten wird in den nächsten Jahren einen großen Stellenwert einnehmen. Insbesondere nach den Ereignissen des letzten Wochenendes in Hamburg bleibt abzuwarten, wie die DFL und die Vereine mit den neuen Vorgaben umgehen werden.