In Ottensen tut sich gerade etwas, das viele Hamburgerinnen und Hamburger mit Sorge erfüllt. Die Suppenküche La Cantina, die täglich mehr als hundert Menschen unterhalb der Armutsgrenze eine warme Mahlzeit serviert, sieht sich einer ungewissen Zukunft gegenüber. Der Vermieter hat die Kündigung der Räume ausgesprochen, was die wertvolle Arbeit der Einrichtung massiv gefährdet. Wie NDR berichtet, müssen die Räumlichkeiten bis Ende Juni geräumt werden, was für die engagierten Köche und die zahlreichen Hilfesuchenden einen herben Schlag bedeutet.
Die Gründe für die Kündigung sind laut Vermieter brandschutz- und statikbezogen. Im über hundert Jahre alten Gebäude gebe es erhebliche Mängel, darunter ein fehlender Fluchtweg und Statikprobleme im Keller. Das Bezirksamt Altona hingegen sieht keinen Anlass, die Kündigung zu stützen, und hält die Räumlichkeiten aus bauordnungs- und brandschutztechnischer Sicht für zulässig. Die Situation ist also komplex und erfordert schnelles Handeln.
Welches Schicksal droht La Cantina?
La Cantina versorgt nicht nur Einzelpersonen, sondern beliefert täglich bis zu 350 Mahlzeiten für Kitas und soziale Einrichtungen – eine wichtige Versorgungsstelle in der Gemeinde. Die Menschen mit geringem Einkommen können sich das Mittagessen für 3,80 Euro leisten, während Obdachlose lediglich 50 Cent zahlen müssen. Hier wird deutlich, wie wichtig La Cantina für viele Haushalte in Hamburg ist.
Doch die Herausforderungen sind nicht nur infrastrukturell und organisatorisch. In Deutschland, so zeigen aktuelle Statistiken, gibt es laut Statista rund 532.000 wohnungslose Menschen – darunter sogar circa 47.300 Obdachlose. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der Einrichtungen wie La Cantina agieren sollten. Mieten steigen, und viele Menschen geraten aufgrund von Mietschulden in die Schuldenfalle. Die durchschnittlichen Wohnkosten machen inzwischen über ein Viertel des Einkommens aus. Für armutsgefährdete Haushalte ist der Anteil sogar fast die Hälfte.
Unterstützung und Zukunftsperspektiven
Die Sozialbehörde Hamburg hat bereits Unterstützung für die Suche nach neuen, bezahlbaren Räumen signalisiert. La Cantina benötigt rund 350 Quadratmeter, und die Hoffnung bleibt, dass sich eine Lösung finden lässt. In diesen Tagen ist es besonders wichtig, dass sich die Gemeinschaft zusammensetzt und diese wichtige Institution nicht aus den Augen verliert.
Die Stadt Hamburg trägt aktuell die Kosten für Miet- und Heizungen für etwa 255.000 Empfänger:innen von Bürgergeld und Sozialhilfe, wie die Hamburger Sozialbehörde erklärt. Mit diesen Maßnahmen soll den vielen Menschen geholfen werden, die angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und des drastischen Rückgangs der verfügbaren Sozialwohnungen in den letzten Jahren in Not geraten sind. Trotzdem bleibt die Sorge um die Obdachlosigkeit in der Stadt bestehen, denn auch hier sind nachhaltige Lösungen gefordert.
Es bleibt zu hoffen, dass La Cantina die Herausforderung meistert und weiterhin das Rückgrat einer solidarischen Gemeinschaft bleibt. Engagement und Unterstützung sind gefragt, damit jeder Einzelne, der dort Hilfe sucht, auch in Zukunft eine warme Mahlzeit und ein Stück Hoffnung erhält.